Ärztekammer fordert ausreichende Lehrpraxen-Finanzierung

24. Oktober 2014, 14:59
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Jungärzte sollen nicht mehr beim Arzt angestellt werden

Die neue Ärzteausbildung ist beschlossen, zentrales Element ist die Lehrpraxis. Sechs Monate müssen angehende praktische Ärzte künftig verpflichtend in der Ordination eines Allgemeinmediziners verbringen. Die Ausbildung soll dadurch aufgewertet werden, die Finanzierung ist bislang unklar.

Bisher muss der Arzt für die Bezahlung seines Praktikanten sorgen, die kollektivvertraglich geregelt ist und sich auf 1.090 Euro beläuft. Dafür konnte der Ordinationsinhaber Förderungen beantragen, aus dem Topf für Wien allerdings konnten in diesem Jahr nur etwa elf Stellen finanziert werden – "ineffizient", sagt Thomas Holzgruber von der Wiener Ärztekammer. Zeitdruck gibt es laut Holzgruber jedoch keinen, die ersten Lehrpraktikanten werden erst 2018 im Einsatz sein.

Gemeinsame Finanzierung erwünscht

Die Ärztekammer fordert nun eine ausreichende Lehrpraxisförderung: Nicht mehr der Arzt soll für die Bezahlung zuständig sein, sondern eine gemeinsame Finanzierung erzielt werden. Eine einheitliche bundesweite Finanzierung ist allerdings unwahrscheinlich, liegen doch die Krankenhäuser in der Kompetenz der Länder.

Für die Ärztekammer ist das Vorarlberger Modell Ziel der Verhandlungen, das auch Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) am Donnerstag im Parlament präferierte. In diesem Modell bleiben die Jungärzte im Spital angestellt, wo sie auch Nachtdienste absolvieren müssen. Bund, Land, Sozialversicherungen und Arzt teilen sich die Kosten. Den größten Anteil zahlt das Land Vorarlberg mit 37 Prozent, 30 Prozent übernimmt der Bund und je 16,5 Prozent Sozialversicherungen und Arzt. (mte, derStandard.at, 24.10.2014)

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