USA: Iraks Armee nicht bereit für Rückeroberung von IS-Gebieten

24. Oktober 2014, 09:04
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Beginn von Gegenoffensive im Nordirak erst in einigen Monaten

Washington - Die irakische Armee ist nach Einschätzung des US-Militärs noch längst nicht bereit für eine Offensive gegen die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS). Die Sicherheitskräfte im Irak seien bisher lediglich zu kleineren Angriffen auf die Jihadisten in der Lage, sagte ein US-Militärvertreter am Donnerstag vor Journalisten.

Eine großangelegte Gegenoffensive, um die verlorenen Gebiete im Norden und Westen des Landes zurückzuerobern sei erst in einigen Monaten denkbar. Dafür müsse sich die Armee nach ihren schweren Niederlage im Sommer zunächst reorganisieren. Es könne bis zu ein Jahr dauern, bis die Armee in der Lage sei, die nördliche Großstadt Mossul wieder einzunehmen, sagte der US-Militärvertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte.

632 Luftangriffe gegen IS-Miliz

Aus dem US-Zentralkommando hieß es, die Schwäche der irakischen Armee habe auch die Luftangriffe der US-geführten Militärallianz eingeschränkt. Kampfflugzeuge der USA und verbündeter Staaten sind im Irak und in Syrien bisher 632 Angriffe geflogen. Dabei seien mehr als 1.700 Bomben und Raketen eingesetzt worden.

Insgesamt seien die Flugzeuge 6.600-mal gestartet, wobei ein Großteil der Einsätze Aufklärungs- und Betankungsflüge waren. Zwar beteiligen sich mehrere europäische und arabische Staaten an dem Einsatz, doch wurden nur 79 der 632 Angriffe bisher nicht von US-Kampfflugzeugen geflogen.

Mehr Angriffe im Irak

Die US-Streitkräfte hatten im August mit Luftangriffen auf IS-Stellungen im Irak begonnen. Ende September wurden die Angriffe auf Syrien ausgeweitet, wo sie sich auch gegen die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündete Al-Nusra-Front richten. Demnach entfielen 346 Angriffe auf den Irak und 286 auf Syrien.

Nach US-Angaben flogen im Irak auch Flugzeuge Australiens, Belgiens, Großbritanniens und der Niederlande Angriffe, während sich in Syrien Bahrain, Jordanien, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate mit Kampfflugzeugen beteiligten. Katar flog demnach keine Angriffe, unterstützte jedoch die Einsätze. (APA, 24.10.2014)

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