Offensive der IS-Miliz in Kobane vorerst gestoppt

24. Oktober 2014, 11:59
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Gänzliche Einnahme verhindert - Kämpfer der Freien Syrischen Armee wollen Kurden unterstützen

Ankara/Washington - Die unmittelbar Gefahr einer Eroberung der Kurdenstadt Kobane durch die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) ist nach Einschätzung der USA gebannt. "Mit den anhaltenden Luftangriffen zur Unterstützung der kurdischen Kämpfer, die die Stadt kennen, hat sich die Front stabilisiert", heißt es aus Kreisen der US-Regierung und der Militärführung in Florida.

Es scheine, als könnten die Kurden trotz der Verstärkung der IS-Kämpfer an Ort und Stelle einen Teil des Geländes halten, solange sich die Dynamik der Gefechte nicht verändere, völlig gebannt sei die Gefahr jedoch weiter nicht. "Kobane könnte fallen, aber die Kurden kämpfen momentan sehr gut", sagte ein US-Militärangehöriger am Donnerstag. "Die Gefahr hat abgenommen."

1.300 FSA-Kämpfer unterwegs

Die Schlacht um die nordsyrische Stadt ist zum Symbol des internationalen Kampfes gegen den Vormarsch der Jihadisten geworden. Die USA und verbündete westliche wie arabische Staaten greifen seit Wochen IS-Stellungen im Irak und in Syrien an. Zuletzt warf das US-Militär auch Waffen, Medikamente und Verbandsmaterial über Kobane ab, um den kurdischen Verteidigern zu helfen.

Nach Angaben der Türkei sind rund 1.300 Kämpfer der gemäßigten Rebellengruppe Freie Syrische Armee (FSA) bereit, den Verteidigern von Kobane zu Hilfe zu kommen. Die Kurdenkämpfer in Kobane hätten der Unterstützung durch die FSA-Rebellen bereits zugestimmt, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bei einem Besuch in der estnischen Hauptstadt Tallinn am Freitag.

Die kurdische Partei der Demokratischen Union (PYD) habe der Entsendung von 1.300 FSA-Kämpfern zugestimmt, erklärte Erdogan. Die beiden Gruppen würden nun Gespräche über die Transitroute führen.

Reduktion der Zahl der Peschmerga

Kobane ist von drei Seiten durch die Jihadisten eingeschlossen. Nur im Norden über die Grenze zur Türkei ist der Zugang noch frei. Die FSA-Kämpfer müssten sich daher entweder den Weg nach Kobane freikämpfen oder über die Türkei kommen. Die türkische Regierung unterhält seit langem enge Beziehungen zur FSA und unterstützt sie im Kampf gegen den syrischen Machthaber Bashar al-Assad. Die PYD dagegen betrachtet Ankara als terroristische Organisation.

Die Kurden in Kobane sollen auch Unterstützung durch kurdische Peschmerga-Kämpfer aus dem Irak erhalten. Diese sollen den Weg über die Türkei nehmen. Erdogan sagte am Freitag, er sei gerade informiert worden, dass die Zahl der Peschmerga auf 150 reduziert worden sei. Am Vorabend hatte er noch von 200 gesprochen. (APA, 24.10.2014)

  • Türkische Panzer patrouillierten auch am Freitag an der Grenze zu der nordsyrischen Stadt Kobane.
    foto: ap/ghirda

    Türkische Panzer patrouillierten auch am Freitag an der Grenze zu der nordsyrischen Stadt Kobane.

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