Österreichische Drohnen nahe Mariupol präsentiert

23. Oktober 2014, 18:02
2 Postings

Testflug zweier Schiebel-Drohnen "erfolgreich" abgeschlossen - OSZE weist mögliche Bewaffnung als "unbegründete und irreführende Spekulationen" zurück

Mariupol/Wien - Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat am Donnerstag in Manhusch, 20 Kilometer westlich von Mariupol zwei Drohnen des österreichischen Herstellers Schiebel den Medien präsentiert. Der Einsatz der Drohnen dient zur Überwachung der Waffenruhe in der Ostukraine und der Grenze zwischen der Ukraine und Russland.

Die OSZE-Sonderüberwachungsmission in der Ukraine (SMM - Special Monitoring Mission) hat nach OSZE-Angaben am Mittwoch den Testflug der zwei Schiebel-Drohnen nahe Mariupol "erfolgreich" abgeschlossen. Am Donnerstag wurden Demonstrationsflüge absolviert, ab Freitag waren operative Routineflügen geplant. Anfangs sollen die Drohnen das Gebiet südlich von Donezk bis zum Asowschen Meer, nach Osten bis zur ukrainisch-russischen Staatsgrenze und westlich bis 120 Kilometer westlich der Kontaktlinie überwachen.

Bis zu zehn Drohnen

Die Wiener Neustädter Drohnen-Firma Schiebel wird ein Minimum von zwei Drohnen zusammen mit einer Steuerstation plus sechs Bedienern und drei technischen Betreuern zur Verfügung stellen. Insgesamt sollen bis zu zehn Drohnen in der Ostukraine eingesetzt werden. Die österreichische Bundesregierung hat den Einsatz im Rahmen der OSZE genehmigt.

Das Fluggerät ist ein Drehflügler vom Typ S-100, der senkrecht startet und landet. Die Nutzlast des UAV inkludiert eine Videokamera und ein Radar. Zuletzt wurden der "Camcopter S-100" etwa vom italienischen Millionärsehepaar Catrambrone herangezogen, um im Mittelmeer nach verunglückten Flüchtlingen zu suchen.

Zu einem laut Experten möglichen Umbau der Drohen, um dadurch auch Waffen tragen zu können, meinte die OSZE auf APA-Anfrage: "Unsere UAVs (unbemannte und unbewaffnete Fluggeräte, Anm.) sind und bleiben unbewaffnet, solche Spekulationen sind unbegründet und irreführend".

In der Vergangenheit war der Export von Drohnen der österreichischen Firma Schiebel in Konfliktregionen kritisiert worden und es wurden Zweifel an deren rein ziviler Nutzung geäußert. Das Außenministerium sprach sich mehrmals gegen Auslieferungen in bestimmte Länder aus, da eine militärische Verwendung nicht ausgeschlossen werden könne. Schiebel hat dies stets zurückgewiesen. (APA, 23.10.2014)

Share if you care.