Trugbild Normverbrauchszyklus

23. Oktober 2014, 18:12
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Weltweit wird er nicht gelten. Auch in Europa regt sich Widerstand

Es gibt ernsthafte Bemühungen der europäischen Autoindustrie, einen weltweit gültigen Verbrauchs- und Abgaszyklus einzuführen. 2017 soll es so weit sein. Doch trotz des hohen Anspruchs im Namen wird dieser WLTP genannte Zyklus (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure) nicht weltweit gelten. Das nationale Selbstverständnis führender Industrienationen (USA, China etc.) lässt dies nicht zu. Denn der Zyklus wurde von Experten aus Europa, Japan und Indien entwickelt.

Aber auch innerhalb Europas regt sich Widerstand. Die Fahrpläne zu Verschärfung der Verbrauchs- und Abgaslimits wurden auf Basis des derzeit gültigen NEFZ (neuer europäischer Fahrzyklus) entwickelt. Nun führt eine realistischere Messmethode zu deutlich höheren Verbräuchen, etwa um 25 Prozent. So schnellen auch die Flottenverbräuche der Hersteller rauf. Ein neuer Zyklus würde bedeuten, dass die Autohersteller die Verbräuche um zusätzlich 25 Prozent senken müssten, um die vorgegebenen CO2-Ziele zu erreichen.

Anpassung an Wirklichkeit notwendig

Für die Autokundschaft würde mit einem neuen Zyklus ebenfalls ein heftiger Teuerungsschub einhergehen, da ja auch die Normverbrauchsabgabe nach dem Messergebnis berechnet wird. Auch von dieser Seite ist noch Anpassung an die Wirklichkeit notwendig.

Grundsätzlich bildet die alte Messmethode die autofahrerische Wirklichkeit gar nicht so schlecht ab, nur der Zahlenwert ist am Ende einfach zu niedrig im Vergleich zur Realität. Aber ein schlechtes Auto bleibt ein schlechtes und ein gutes bleibt ein gutes Auto. (Rudolf Skarics, DER STANDARD, 24.10.2014)

  • Es regt sich Widerstand gegen  einen weltweit gültigen Verbrauchs- und Abgaszyklus.
    foto: ap photo/martin meissner

    Es regt sich Widerstand gegen einen weltweit gültigen Verbrauchs- und Abgaszyklus.

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