Frankreich: Obsoleszenz künftig Betrug

24. Oktober 2014, 06:23
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In Frankreich sollen nachgewiesene Fälle künftig als Betrug mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe bestraft werden können

Paris - Gibt es ihn, oder gibt es ihn nicht: Viel wurde diskutiert über den quasi absichtsvoll eingebauten Fehler in Elektrogeräten. Konsumentenschützern liegt das Thema schon lange am Herzen, im Fachjargon wird es als "Obsoleszenz" bezeichnet. Der Begriff ist den Konsumenten mittlerweile bestens vertraut.

Gemeint ist damit, dass in Produkten bewusst Bestandteile verarbeitet werden, die vorzeitig altern oder geringere Qualität haben. Das Gerät kann dann schneller nicht mehr genutzt und muss früher ersetzt werden. Als Beispiel gelten Geräte, bei denen ein Akku nicht austauschbar ist.

Betrug

Die Frage, ob es sie tatsächlich gibt, wird in den meisten Fällen wohl kaum abschließend zu klären sein. Die Hersteller weisen die Vorwürfe stets zurück. In Frankreich soll das absichtliche vorschnelle Altern zum Beispiel von Elektrogeräten jedenfalls künftig als Betrug bestraft werden. Ein entsprechendes Gesetz hat bereits die erste Hürde im Parlament genommen.

In Frankreich sollen nachgewiesene Fälle künftig als Betrug mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe bestraft werden können. Laut Gesetz muss ein Produkt bewusst so gebaut werden, dass mit dem Ziel neuen Umsatzes die Lebensdauer künstlich verkürzt wird. Die spannende Frage, wie genau der Nachweis dafür erbracht wird, wird wohl noch zu klären sein. (APA/red, derStandard.at. 23.10.2014)

  • Die Lebensdauer der meisten Elektrogeräte ist in den letzten fünfzig Jahren rapide gesunken.
    foto: apa/schlager

    Die Lebensdauer der meisten Elektrogeräte ist in den letzten fünfzig Jahren rapide gesunken.

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