Atomkraftwerk Temelin darf ausgebaut werden

23. Oktober 2014, 12:05
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Zustimmung der Atombehörde gilt bis 2020

Prag - Das südböhmische Atomkraftwerk Temelin hat eine wichtige Genehmigung für seinen Ausbau erhalten - die Zustimmung der staatlichen Atombehörde (SUJB) zum Bau eines dritten und vierten Reaktorblocks, teilte SUJB mit.

Zwar wurde die entsprechende Ausschreibung im April vom Tschechischen Energiekonzern CEZ aus Rentabilitätsgründen storniert, allerdings gilt die Genehmigung bis 2020, so dass diese bei einer anderen Ausschreibung, die unterdessen schon geplant wird, verwendet werden kann.

Mit Bedingungen verbunden

"Die SUJB hat keine ernsten Gründe festgestellt, die uns hindern würden, die Genehmigung zu erteilen", bestätigte SUJB-Chefin Dana Drabova. Allerdings ist die Zustimmung an die Erfüllung bestimmter Bedingungen gebunden. Beispielsweise muss Temelin das Monitoring des Grundwassers unter den geplanten Blöcken verstärken, hieß es.

Laut der SUJB-Genehmigung dürfen in Temelin zwei neue Blöcke mit einer Leistung bis zu je 1.700 Megawatt errichtet werden. Die bisherigen zwei Reaktoren verfügen über eine Kapazität von je rund 1.000 Megawatt.

Ausschreibung für neue Reaktoren

CEZ-Sprecher Ladislav Kriz erklärte, Tschechien werde doch neue Atomreaktoren brauchen, so dass man am Temelin-Ausbau-Projekt trotz der Stornierung der ursprünglichen Ausschreibung weiterhin arbeite. "Jetzt warten wir noch, womit die Regierung kommt", sagte Kriz weiter in Anspielung darauf, dass das Kabinett bis Ende des Jahres die Energie-Konzeption des Landes aktualisieren sollte.

Ein neues Auswahlverfahren für den Bau von neuen Reaktoren könnte bereits 2015 ausgeschrieben werden, heißt es in Prager Regierungskreisen. Allerdings ist nicht mehr von zwei Blöcken in Temelin, sondern von einem Block in Temelin und einem im südmährischen AKW Dukovany die Rede.

Bereits im Jänner 2013 hatte Temelin eine Zustimmung vom tschechischen Umweltministerium für die Errichtung von zwei zusätzlichen Reaktorblöcken erhalten. Es handelte sich um das Ergebnis der offiziellen Umweltverträglichkeitsprüfung. (APA, 23.10.2014)

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