Generation Y ist bunter als ihr Ruf

23. Oktober 2014, 13:13
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Verbreitete Klischees über die Generation Y halten einer genauen Überprüfung nicht stand, dennoch sind Unternehmen gefordert

Lediglich 21 Prozent der heute 18- bis 32-Jährigen Studenten, Absolventen und Berufseinsteiger in Deutschland entsprechen dem Typus des Arbeitnehmers, der bei seinem beruflichen Werdegang primär auf die innere Zufriedenheit achtet und sich eher treiben lässt. Eine Studie des Marktforschungsinstituts facit research im Auftrag der Unternehmensberatung Consulting Cum Laude aus München identifiziert sechs Psychogramme innerhalb der Generation Y, die sich durch ihre inneren Antriebsfaktoren und Visionen deutlich voneinander unterscheiden.

Gleichzeitig gibt es einige wesentliche Grundeinstellungen, die auf alle Typen gleichermaßen zutreffen und die Generation Y deutlich von der Generation X und den Baby Boomern unterscheiden: Besonders stark ausgeprägt ist der Wunsch nach Sicherheit und Zufriedenheit sowie eine starke Sozialität.

Von wegen "Generation Weichei"

"Die gute Nachricht für Unternehmen ist: Entgegen der Vorurteile über die Generation Y brauchen sie nicht zu fürchten, dass ihnen die ambitionierten Nachwuchskräfte ausgehen werden: Die Generation Y ist in ihrer Mehrzahl leistungswillig und sehr zielstrebig", so Roman Diehl, Geschäftsführer von Consulting Cum Laude. "Die Kehrseite der Medaille: Viele Unternehmen müssen grundlegend an ihrer Unternehmenskultur arbeiten. Ohne einen partizipativen Führungsstil und ein wertschätzendes, offenes Betriebsklima verspielen Unternehmen das Potenzial der Generation Y und werden sich im Wettbewerb um die besonders begehrten Fachkräfte nicht durchsetzen können."

Ein Blick auf drei der identifizierten Typen aus der Studie zeigt das Potenzial der Generation Y an hochmotivierten und leistungsbereiten Arbeitnehmern. Allein 25 Prozent der 1.000 Befragten in Deutschland lassen sich dem Typus des "Competitive Professional" zuordnen. Diese Personengruppe wird stark vom Wettbewerbsgedanken angetrieben, sie wollen genauso gut oder besser sein als Bezugspersonen in ihrem Umfeld. Für ihre hohe Leistungsbereitschaft brauchen sie aber auch eine entsprechend hohe Anerkennung, ansonsten sind sie schnell demotiviert.

Weitere 30 Prozent zählen zum Segment der "Proper Conservatives", die durch traditionelle Werte stark geprägt sind, zielorientiert agieren und für die der Aufbau einer soliden Lebensgrundlage der Antreiber ist. 11 Prozent der Generation Y gehören dem Typ "Craving High Performer" an. Experimentierfreude und die Lust auf Neues zeichnen diese Gruppe besonders aus. Auslandsaufenthalte im Rahmen des Berufs werden von ihnen sehr geschätzt. Starre Strukturen und langfristige Karrierepfade treffen dagegen auf wenig Gegenliebe.

Segmente der Generation Y spezifisch angehen

"Aus der Studie lässt sich für das Personalmanagement von Unternehmen eine klare Empfehlung ableiten: Unternehmen müssen sich deutlich differenzierter und intensiver mit der Generation Y auseinandersetzen, um eine nachhaltig erfolgreiche Employer Branding Strategie zu entwickeln", fasst Roman Diehl zusammen. "Um die richtigen Fachkräfte zu gewinnen, sollten sich die Personalabteilungen intensiv mit den Psychogrammen derjenigen Gruppe auseinandersetzen, die für die entsprechende Stelle am besten geeignet ist – und deren spezifische Motivatoren und Antreiber in den Mittelpunkt stellen. Unternehmen müssen über das Personalmarketing hinaus dafür sorgen, dass bestimmte Hygienefaktoren und Vorstellungen der Generation Y in der Arbeitswirklichkeit erfüllt werden. Ansonsten sind die frisch gewonnenen Nachwuchskräfte schnell wieder weg."

Top-Kriterium Arbeitsklima

Die Studie zeigt Metatrends über alle Segmente hinweg, unabhängig von Alter und Geschlecht der Befragten. So sind diie 18- bis 32-Jährigen durchaus an einer langfristigen, stabilen Bindung an Unternehmen interessiert, aber nicht um jeden Preis. Unter den Top 5 Anforderungen an einen idealen Arbeitgeber rangiert ein angenehmes Arbeitsklima auf Platz 1 gefolgt von Arbeitsplatzsicherheit, guter Work-Life-Balance, persönlicher Entwicklung und attraktiven Arbeitsaufgaben. (red)

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