Twitter will Passwörter abschaffen

23. Oktober 2014, 11:16
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Mit "Digits" soll weit über Twitter hinaus eine alternative Authentifizierungsmethode etabliert werden

E-Mail-Adresse plus Passwort: Die meisten Websites und Anwendungen nutzen diese altbekannte Kombination als Authentifizierung für Nutzer. Bewährt hat sich die Methode nur mittelmäßig: Passwörter sollten kompliziert sein und zwischen einzelnen Login-Orten variieren, das nehmen sich allerdings kaum Nutzer zu Herzen. Zusätzlich werden auch immer wieder E-Mail-Anbieter infiltriert, Passwörter also so entwendet.

Zwei-Geräte-Authentifizierung

Sicherer soll da die Authentifizierung über zwei unterschiedliche Geräte sein, also etwa wie bei Onlinebanking-Überweisungen mit einem SMS-Tan. Twitter plant künftig Ähnliches: Mit der Anwendung "Digit" können sich Nutzer über einen per SMS versandten Zahlencode auf Twitter einloggen, dieser ist jeweils für eine Session gültig. Die SMS bezahlt Twitter.

Weit über Twitter hinaus

Der Service soll auch weit über Twitter hinauswirken. Entwicklern wurde dazu mit "Fabric" ein Toolset zur Hand gestellt, mit dem sie "Digits" in ihre eigenen Anwendungen implementieren können. So will Twitter langsam dem Passwort den Garaus machen. Allerdings hat Twitter seit einem radikalen Ausmisten bei Drittentwickler-Clients seit 2012 einen relativ schlechten Ruf in der Branche, weshalb viele Entwickler zögern, auf Twitter-Lösungen zurückzugreifen.

Nutzungsgewohnheiten

Neben dem Sicherheitsaspekt spielen laut TheVerge auch Nutzungsgewohnheiten in Schwellenländern eine Rolle: Denn viele Konsumenten in Afrika oder Südamerika besäßen gar keine E-Mail-Adresse, sie nutzen ausschließlich ihr Mobiltelefon. Dieser Zielgruppe könnte "Digits" zu Gute kommen – der Vorteil einer Authentifizierung über zwei Geräte wäre dann allerdings dahin. (fsc, derStandard.at, 23.10.2014)

  • Twitter will Passwörter obsolet machen
    foto: reuters/jackson

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