Wintereinbruch in Teilen Österreichs führte zu Verkehrsbehinderungen

23. Oktober 2014, 13:59
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Tauernautobahn musste zeitweise gesperrt werden

Salzburg - Die Sperren der Tauernautobahn beim Tauern- und beim Katschbergtunnel konnten am Donnerstagmittag wieder aufgehoben werden. Die Straße hatte am Vormittag nach der Richtungsfahrbahn Norden auch noch in Richtung Süden gesperrt werden müssen, weil auch vor dem Nordportal des Tauerntunnels Fahrzeuge ohne Winterreifen hängen geblieben waren.

Laut Asfinag sind im Bereich des Nordportals in den vergangenen zwölf Stunden rund 70 Zentimeter Neuschnee gefallen. Seit den Morgenstunden stehen der Streckendienst und Abschleppunternehmen im Dauereinsatz. Die Räumfahrzeuge selbst sind auf der A10 schon seit den Nachtstunden permanent unterwegs.

Weiterer Schneefall

Der Wintereinbruch geht indessen weiter. Vor allem in den Salzburger Nordstaulagen erwarten die Experten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in den nächsten Stunden noch deutlich mehr Schnee. Von Lofer ostwärts können es rund 50 Zentimeter werden, in den Tauern könnten noch bis zu 30 Zentimeter dazu kommen. In Tirol und Vorarlberg sollte sich die Lage deutlich beruhigen.

In Vorarlberg erwartet die ZAMG in den nächsten Stunden kaum mehr nennenswerte Schneemengen. Am ehesten dürfte es noch in den Staulagen Niederschläge geben, etwa im Bregenzer Wald. Auch im Tiroler Oberland ist das gröbste vorbei.

Schneefallgrenze steigt bis Freitag früh

Anders im Unterland: Dort sollten noch 20 bis 40 Millimeter Niederschlag zu den 100 bereits gefallenen dazu kommen. In Seehöhen zwischen 1.000 und 1.300 Metern ist der Schnee so nass, dass er auf den Untergrund drückt. Die Schneedecke wird kompakter.

In Salzburg wird es hingegen anhaltend regnen oder schneien. Der Schwerpunkt ist der Nordstau. Die Schneefallgrenze steigt bis Freitag früh auf 1.300 Meter. Weniger betroffen wird der Lungau sein, wo kaum noch nennenswerte Mengen dazu kommen.

Bis Donnerstag, 8.00 Uhr, wurden beispielsweise in Lech am Arlberg 63 Zentimeter Schnee gemessen. Auch im Tiroler Hochfilzen, das fast 500 Meter niedriger als Lech, nämlich auf 962 Metern Seehöhe liegt, lag über ein halber Meter Schnee. Allerdings handelte es sich um eine automatische Messung, die wegen allfälliger Verwehungen laut ZAMG mit Vorsicht zu genießen ist.

Verkehrsbehinderungen in Vorarlberg

Der Wintereinbruch hat in Vorarlberg in der Nacht auf Donnerstag zu zahlreichen Behinderungen geführt. Umgestürzte Bäume und Erdrutsche verursachten unter anderem im Bregenzerwald und auf der Faschinastraße (L88) Verkehrsprobleme. Auf allen höher gelegenen Straßen bestand allgemeine Winterreifenpflicht. Die Zahl der Verkehrsunfälle hielt sich vorerst in Grenzen.

Lawinengefahr bestand auf der Lechtal Straße (L198), der Abschnitt zwischen Lech und Warth war deshalb in beiden Richtungen gesperrt. Ebenfalls gesperrt waren die Silvrettastraße (L188) zwischen Partenen und der Vorarlberger Landesgrenze sowie die Silvretta Hochalpenstraße und die Laternserstraße (L51) zwischen Laterns und Damüls. Im Bregenzerwald zwischen Krumbach und Hittisau und bei Doren gab es Verkehrsbehinderungen infolge von Erdrutschen.

Gesperrte Bahnstrecke

Schneekettenpflicht für Lkw bestand auf der Arlbergstraße (L197), der Bregenzerwaldstraße (L200) über den Hochtannberg, der Laternser Landesstraße (L51) über das Furkajoch und auf der Raggaler Straße im Kleinwalsertal.

Auf der Westbahnstrecke zwischen Langen am Arlberg und Dalaas stürzten Bäume um und beschädigten die Oberleitung. Derzeit lägen rund 300 Meter Kabel auf dem Boden, teilte Rene Zumtobel von den ÖBB mit. Die Bahnstrecke bleibe deshalb zwischen Landeck und Bludenz zumindest bis in die späten Nachmittagsstunden gesperrt. Ein Schienenersatzverkehr sei eingerichtet, Fahrgäste müssten aber mit rund einer halben Stunde Verspätung rechnen. (APA, 23.10.2014)

  • In Sölden schneite es am Donnerstag weiter.
    foto: apa/robert jaeger

    In Sölden schneite es am Donnerstag weiter.

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