IS-Milizen belagern erneut Jesiden im Sinjar-Gebirge

23. Oktober 2014, 09:37
16 Postings

300 Kämpfer sind mit gepanzerten Fahrzeugen in die Dörfer nahe den Bergen im Nordirak vorgedrungen

Bagdad - Kommandanten im Nordirak haben berichtet, dass Kämpfer der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) erneut das Sinjar-Gebirge belagern, um die dort versteckten Jesiden anzugreifen. Der jesidische Kommandant Dawud Jundi sagte der Nachrichtenagentur AFP, am Montag seien 300 IS-Kämpfer mit gepanzerten Fahrzeugen in die Dörfer am Fuß der Berge eingedrungen. Nun würden sie zu Fuß in die Berge aufsteigen, um die Jesiden aufzuspüren. Jundi klagte, es gebe noch rund 2.000 Familien, deren Situation "sehr schlecht" sei. Zur Verteidigung stünden den Kämpfern nur leichte Waffen zur Verfügung.

Im Sommer hatte der Vorstoß der Jihadisten zehntausende Jesiden zur Flucht in die Sinjar-Berge gezwungen. Mit internationaler Unterstützung gelang es schließlich kurdischen Kämpfern, die meisten Jesiden aus den Bergen in Sicherheit zu bringen. Die Dschihadisten betrachten die Jesiden als "Teufelsanbeter" und drohen den Angehörigen der kleinen Religionsgemeinschaft mit dem Tod, wenn sie nicht zum Islam konvertieren. Am Dienstag hatte der stellvertretende UN-Generalsekretär für Menschenrechte, Ivan Simonovic, der IS-Miliz einen versuchten Völkermord an den Jesiden vorgeworfen.

Dutzende Tote bei Anschlägen in Bagdad

In mehrheitlich schiitischen Vierteln der irakischen Hauptstadt Bagdad wurden am Mittwoch bei zwei Bombenanschlägen mindestens 28 Menschen getötet. Im nördlichen Viertel Sadr City riss eine Explosion in der Nähe eines Kindergartens mindestens zehn Menschen in den Tod und verletzte 29, wie Sicherheits- und Rettungskräfte mitteilten.

Der zweite Anschlag ereignete sich nahe einer Tankstelle im zentralen Viertel Karrada. Dabei gab es der Polizei zufolge 18 Tote und 37 Verletzte. Die Anschläge trugen die Handschrift sunnitischer Extremisten wie der IS-Miliz. (APA, 23.10.2014)

Share if you care.