Real hat Liverpool unter Kontrolle, Dortmund zeigt Europa-Gesicht

22. Oktober 2014, 23:50
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Zweimal Benzema sowie Cristiano Ronaldo treffen - BVB 4:0 in Istanbul

Liverpool - Titelverteidiger Real Madrid ist in der Champions League weiterhin makellos unterwegs. Die Spanier setzten sich am Mittwoch in Liverpool mit 3:0 durch und gewannen damit auch ihr drittes Match in der Gruppe B. Der erste Sieg der Madrilenen gegen die Reds im Europacup war nie gefährdet.

Die Gastgeber begannen ambitioniert. Iker Casillas, der mit seinem 143. Spiel Xavis Einsatzrekord in der Königsklasse egalisierte, bekam einen Schuss von Steven Gerrard zu halten (11.).

Dann übernahm Real aber mit flotten Kombinationen das Kommando. Ronaldo leitete sein 1:0 selbst mit ein und schloss die Aktion nach gefühlvollem Zuspiel von Rodriguez mit einer blitzschnellen Abnahme ins lange Eck auch herrlich ab (23.). Es war sein 20. Treffer (15 Liga, 3 Champions League, 2 UEFA-Supercup) im 13. Saisonspiel.

Für die Vorentscheidung sorgte Karim Benzema. Der Franzose setzte einen Kopfball nach Flanke von Kroos überlegt über Goalie Simon Mignolet hinweg ins lange Eck (30.) und staubte kur vor der Pause zum 3:0 (41.) ab. Ein unglücklich absolvierter Ausflug Mignolets erleichterte ihm die Arbeit.

Nach dem Seitenwechsel hätte Ronaldo seine Ausbeute noch steigern können, scheiterte aber zweimal (62., 64.) an Mignolet. Real hatte da bereits einen Gang zurückgeschaltet und leistete sich offensiv ein paar Unkonzentriertheiten. Liverpool hatte bei einem Stangenschuss von Coutinho Pech (45.+1). Die Spanier kontrollierten das Geschehen bis zum Ende souverän und tankten mit dem achten Pflichtspielsieg in Folge weiteres Selbstvertrauen für den anstehenden Clasico am Samstag gegen Barcelona.

In der Tabelle der Gruppe B liegen hinter dem enteilten Titelverteidiger nun Ludogorez Rasgrad, der FC Basel und Liverpool mit je drei Punkten gleichauf. Denn Bulgariens Meister feierte in Sofia gegen den Schweizer Titelträger einen 1:0-Erfolg, den Kapitän Jordan Minew in Minute 92 sicherstellte. Basel war nach einer roten Karte für Serey Die (18.) über weite Strecken der Partie in Unterzahl.

BVB lässt den Alltag hinter sich

In der Gruppe D untermauerte Borussia Dortmund seine Vormachtstellung mit einem ungefährdeten 4:0-Sieg bei Galatasaray Istanbul. Pierre-Emerick Aubameyang (6., 18.) und Marco Reus (41.) machten für einen konterstarken BVB gegen harmlose Türken schon vor der Pause alles klar. Das 4:0 steuerte der eingewechselte Adrian Ramos (83.) bei. Die in der Bundesliga mit drei Niederlagen in Folge in die Krise gerutschten Dortmunder halten damit beim Punktemaximum und sind nach wie vor auch ohne Gegentreffer.

Erster Verfolger ist Arsenal (6 Punkte), das eine Niederlage gegen Anderlecht im Finish durch Tore von Kieran Gibbs (89.) und dem kurz zuvor eingewechselten Lukas Podolski (91.) noch in einen 2:1-Erfolg umwandelte. Manager Arsène Wenger konnte so doch einen geruhsamen 65. Geburtstag verbringen. Die unglücklichen Belgier und Galatasaray haben je einen Punkt auf dem Konto.

Erneut schwerer Gang für Juventus

Eine bittere Schlappe setzte es in Gruppe A für Juventus Turin. Italiens Champion enttäuschte beim 0:1 in Piräus lange Zeit. Als man sich endlich am Riemen riss, war es zu spät. Zum Matchwinner für die Griechen wurde Pajtim Kasami mit dem einzigen Treffer der Partie (36.). Sechs Punkte ergeben in der Tabelle Platz zwei hinter Atletico Madrid. Spaniens Meister brauchte eine Halbzeit um gegen Salzburg-Bezwinger Malmö FF den Bann zu brechen. Dann ging es aber Schlag auf Schlag: Koke (48.), Mario Mandzukic (61.), Antoine Griezmann (63.), Diego Godin (87.) und Alessio Cerci (93.) sorgten für einen Kantersieg.

Leverkusen springt auf Platz eins

In der Gruppe C schaffte Bayer Leverkusen (6 Punkte) den Sprung auf Platz eins. Giulio Donati (58.) und Kyriakos Papadopoulos (63.) fixierten den 2:0-Heimsieg gegen Zenit St. Petersburg. Keinen Sieger gab es im Duell von Monaco mit dem zuvor punktelosen Benfica Lissabon. Portugals Meister musste die Schlussphase mit zehn Mann bestreiten, nachdem Lisandro Lopez nach Foulspiel ausgeschlossen wurde. Benfica brachte schließlich ein 0:0 über die Zeit.

In den Spielen der dritten Runde der Gruppenphase fielen am Dienstag und Mittwoch trotzdem insgesamt 59 Tore. Damit wurde der Allzeitrekord in einer Runde der Champions League nur knapp verfehlt. In der Saison 2000/01 waren in der Auftaktrunde am 12. und 13. September 2000 insgesamt 63 Treffer gefallen. (APA/red, 22.10.2014)

Champions League, 3. Runde, Mittwoch

  • Gruppe A:

Atletico Madrid - Malmö FF 5:0 (0:0)
Tore: Koke (48.), Mandzukic (61.), Griezmann (63.), Godin (87.), Cerci (93.)

Olympiakos Piräus - Juventus Turin 1:0 (1:0)
Tor: Kasami (36.)

  • Gruppe B:

Ludogorez Rasgrad - FC Basel 1:0 (0:0)
Tor: Minew (92.). Rote Karte: Serey Die (18./Foul/Basel)

Liverpool - Real Madrid 0:3 (0:3)
Tore: C. Ronaldo (23.), Benzema (30., 41.)

  • Gruppe C:

Bayer 04 Leverkusen - Zenit St. Petersburg 2:0 (0:0)
Tore: Donati (58.), Papadopoulos (63.). Gelb-rote Karte: Wendell (79./Foul/Leverkusen)

AS Monaco - Benfica Lissabon 0:0
Gelb-rote Karte: Lisandro Lopez (76./Foul/Benfica)

  • Gruppe D:

RSC Anderlecht - Arsenal 1:2 (0:0)
Tore: Najar (71.) bzw. Gibbs (89.), Podolski (91.)

Galatasaray Istanbul - Borussia Dortmund 0:4 (0:3 )
Tore: Aubameyang (6., 18.), Reus (41.), Ramos (83.)

  • Cristiano Ronaldo schraubt sein Torkonto weiter nach oben: Nach 109 Einsätzen hält der Portugiese nun bei 70 Treffern in der Champions League. Damit fehlt noch ein Treffer auf den Allzeit-Rekord von Real-Legende Raùl.
    foto: reuters/noble

    Cristiano Ronaldo schraubt sein Torkonto weiter nach oben: Nach 109 Einsätzen hält der Portugiese nun bei 70 Treffern in der Champions League. Damit fehlt noch ein Treffer auf den Allzeit-Rekord von Real-Legende Raùl.

  • Mario Balotelli und Pepe haben eine Verabredung zum (Pausen-)Tee.
    foto: reuters/noble

    Mario Balotelli und Pepe haben eine Verabredung zum (Pausen-)Tee.

  • Das wackere Anderlecht und sein Goalie Silvio Proto standen nach späten Gegentoren am Ende gegen Arsenal mit leeren Händen da.
    foto: ap/wijngaert

    Das wackere Anderlecht und sein Goalie Silvio Proto standen nach späten Gegentoren am Ende gegen Arsenal mit leeren Händen da.

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