Millionenbetrug mit Reittherapie für Kinder

23. Oktober 2014, 05:30
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Fünfeinhalb Jahre Haft für Vorarlberger, der für fiktiven Verein Spenden sammelte

Salzburg - Er wollte etwas aufbauen, das Therapiereiten für behinderte Kinder lag ihm am Herzen. Doch der nötige finanzielle Background fehlte, um ein Projekt zu verwirklichen, erklärte der 33-jährige Angeklagte vor Gericht. Das nötige Geld verschaffte sich der gebürtige Vorarlberger durch Spenden und Darlehen, die er nie zurückbezahlte.

Am Mittwoch wurde der Mann wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs mit einem Schaden von rund einer Million Euro von einem Salzburger Schöffensenat rechtskräftig zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Unter den Geschädigten waren auch prominente Angehörige einer Autodynastie und eines Waffenfabrikanten.

Bei seinen Unterstützern gab der 33-Jährige an, einen Verein mit dem Namen "Das Rosswerk" zu führen, über den er Reittherapien für behinderte Kinder anbiete. Die Ausbildung zum Behindertenreiten absolvierte er, doch der Verein existierte nicht. 2012 soll der Beschuldigte, der elfmal einschlägig vorbestraft ist, mit den Betrugshandlungen begonnen haben, sagte Staatsanwältin Sabine Krünes.

Stiftung und Prinzessin von Jordanien

"Er vermittelte den Eindruck, reich zu sein, erzählte, dass er die Prinzessin von Jordanien kenne und eine Stiftung besäße", schilderte die Staatsanwältin. Von einem für sein soziales Engagement bekannten Salzburger lieh sich der 33-Jährige etwa 200.000 Euro, unter dem Vorwand, auf eine Erbschaft zu warten.

Offensichtlich waren die Lügengeschichten des Angeklagten durchaus glaubwürdig. Einige Geschädigte händigten dem Mann mehrmals Geld aus, obwohl er vorherige Darlehen noch nicht zurückbezahlt hatte - nun erkannte er sämtliche Privatbeteiligtenansprüche an. (Stefanie Ruep, DER STANDARD, 23.10.2014)

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