Medikamentenschmuggel auf Wiener Flughafen entdeckt

22. Oktober 2014, 15:46
5 Postings

50.000 Schmerztabletten aus Indien sichergestellt

Zöllner haben am vergangenen Wochenende am Wiener Flughafen rund 50.000 Schmerztabletten sichergestellt, die zwei Männer aus Indien nach Österreich einschmuggeln wollten. Bei den Medikamenten handelte es sich laut Finanzministerium um "Spasmo-Proxyvon Plus", ein narkotisierendes und krampflösendes Schmerzmittel, das der Apothekerkammer zufolge in Österreich noch nie erhältlich war.

Laut Finanzministerium handelte es sich um den zweitgrößten derartigen Aufgriff, den es jemals am Airport gegeben hat. Die beiden Männer - Alter Mitte 30 und Mitte 60 - waren auf der Route Delhi-Amman-Rom-Wien gereist, was den Zöllnern aufgefallen war. Über den Grünkanal wollten sie die Zollkontrolle passieren.

Hund hat geholfen

Die Zollbeamten baten sie aber zur Inspektion. Beide hatten jeweils rund 25.000 Tabletten im Koffer versteckt. Bei der Kontrolle war auch der Suchtgift-Spürhund "Boykee" im Einsatz.

Ein Schnelltest ergab, dass die Arzneiwaren den Wirkstoff Paracetamol enthielten und damit einer Einfuhrgenehmigung des Gesundheitsministeriums bedurften.

Die beiden Inder waren damit des Schmuggels und eines Verstoßes gegen das Arzneiwareneinfuhrgesetz verdächtig. Die Ermittler vermuten, dass die Waren illegal vertrieben werden sollten. Die Tabletten wurden beschlagnahmt.

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) sagte, dass man an diesem Fall sehe, "wie wichtig die Arbeit der Finanzverwaltung ist". Illegale Medikamente "stellen eine tatsächliche Bedrohung für die Gesundheit und Sicherheit der Menschen dar, es ist gut und wichtig, dass die Behörden hier eingreifen und die vorhandenen Maßnahmen Wirkung zeigen."

In diesem Zusammenhang wies das Finanzministerium darauf hin, dass Arzneiwaren aufgrund des Einfuhrgesetzes nur durch Apotheken und Unternehmen, die zum Vertrieb dieser Mittel berechtigt sind, nach Österreich importiert werden dürfen.

Das Mitführen solcher Mittel durch Privatpersonen auf Reisen sei grundsätzlich nicht gestattet. Dies gelte sowohl bei einer Einreise aus Nicht-EU-Staaten als auch aus EU-Staaten.

Sich auf Österreichs Apotheken verlassen

Arzneiwaren sind laut Finanzministerium nicht nur die in heimischen Apotheken erhältlichen Medikamente, sondern auch pflanzliche Zubereitungen auf der Grundlage eines Wirkstoffs oder mehrerer Wirkstoffe, die aus einer Pflanze oder Teilen von Pflanzen durch Trocknen, Mahlen, Extraktion oder Reinigung hergestellt wurden, außerdem homöopathische Arzneizubereitungen sowie Nahrungsergänzungsmittel, mit denen man sich Vitamine und Spurenelemente zuführen will.

Oft enthalten diese eine mindestens dreimal höhere Menge an Vitaminen oder Mineralstoffen als die empfohlene Tagesdosis.

Das österreichische Apothekensystem zeichnet sich durch eine sehr strenge und effiziente Arzneimittelkontrolle aus. Diese bietet den Patienten/Kunden die allergrößte Sicherheit. Die streng kontrollierte Abgabe und Beschaffung von Medikamenten durch Apotheken in Österreich verhindert, dass Fälschungen in den Arzneimittelverkehr gelangen.

"Selbst scheinbar original aussehende Tabletten sind kein Garant für die Echtheit des Arzneimittels. Nur Präparate aus der Apotheke unterliegen einer Vielzahl an Kontrollen Sicherheitsmaßnahmen. Diese garantieren 100% Arzneimittelsicherheit", informiert Apothekerkammerpräsident Max Wellan.

Bei nicht offiziell zugelassenen Medikamenten verstoßen Konsumenten nicht nur gegen das Arzneiwareneinfuhrgesetz, sondern gehen auch Risiken ein, betonte das Finanzministerium. Sie können sich unter anderem über die App des Zolls, über Broschüren und im Internet über die Gefahren sowie über die Einfuhrbestimmungen informieren. (APA/red, derStandard.at, 22.10.2014)

Share if you care.