Tuberkulose: Der Killer unter den Infekten

22. Oktober 2014, 15:05
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1,5 Millionen Menschen sterben, laut aktuellem WHO-Bericht, am Mycobakterium tuberculosis - zur Eindämmung der ansteckenden Krankheit fehlen die Mittel

Etwa 1,5 Millionen Menschen sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im vergangenen Jahr trotz aller medizinischen Fortschritte an Tuberkulose (TB) gestorben.

Etwa neun Millionen Menschen seien daran erkrankt, heißt es im "Tuberkulose-Bericht 2014", den die WHO in Genf veröffentlichte. Damit bleibe Tuberkulose eine der tödlichsten übertragbaren Krankheiten der Welt.

Die Zahl der TB-Toten gehe jedes Jahr langsam zurück. Zwar hätten schätzungsweise 37 Millionen Menschenleben zwischen den Jahren 2000 und 2013 durch bessere Diagnose und Therapie gerettet werden können, angesichts der Tatsache, dass die meisten Todesfälle jedoch zu verhindern wären, sei die Zahl der Opfer noch immer inakzeptabel hoch, erklärte die WHO.

Heilbar, aber es fehlen die Mittel

Um die Krankheit weltweit effektiv zu bekämpfen, werden nach Angaben der Organisation pro Jahr acht Milliarden Dollar (6,3 Mrd. Euro) benötigt. Derzeit stünden aber nur sechs Milliarden Dollar zur Verfügung. Diese Unterdeckung müsse umfassend thematisiert werden, forderte die WHO.

Rund 60 Prozent der Kranken und Toten sind Männer. In absoluten Zahlen waren Südostasien und die westpazifischen Regionen laut Bericht am stärksten betroffen - dort wurden 54 Prozent aller Fälle gezählt. Rund ein Viertel der Fälle gab es in Afrika. In Relation zur Bevölkerungsgröße waren dort aber die Raten der Erkrankungen und Toten am höchsten.

Bakterium als Trittbrettfahrer

Die WHO wies auf den Zusammenhang zwischen HIV-Infektionen und TB-Erkrankungen hin. Von den 1,5 Millionen Menschen, die im vergangenen Jahr an Tuberkulose starben, waren mindestens 360.000 HIV-positiv.

TB ist eine Infektionskrankheit, die vom Erreger Mycobacterium tuberculosis übertragen wird. Normalerweise befällt der Erreger die Lungen, es kann jedoch auch zur Infektion anderer Organe kommen. Die Krankheit breitet sich über die Luft aus, wenn Erkrankte die Bakterien etwa beim Husten ausstoßen.

Allerdings bricht nur bei relativ wenigen Menschen, die mit dem Erreger infiziert sind, die Krankheit auch tatsächlich aus. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Ohne Behandlung sterben bis zu 70 Prozent der Erkrankten innerhalb von zehn Jahren an einer Lungentuberkulose. (APA, derStandard.at, 22.10.2014)

  • Wird durch Tröpfcheninfektion übertragen: Das Tuberkulosebakterium ist lebensgefährlich,, wenn sich Resistenzen gegen Medikamente bilden.
    foto: apa

    Wird durch Tröpfcheninfektion übertragen: Das Tuberkulosebakterium ist lebensgefährlich,, wenn sich Resistenzen gegen Medikamente bilden.

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