Bregenzer Schüler klagt Republik wegen Mobbings

22. Oktober 2014, 14:53
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Ein 16-Jähriger früherer Schüler des Gymnasiums Gallus in Bregenz klagt die Republik auf Schadenersatz. Die Schulleitung habe zu wenig gegen das Mobbing durch Schüler getan

Feldkirch - Österreichweite Premiere am Landesgericht Feldkirch: Erstmals muss sich ein Gericht mit der Schadenersatzklage eines Schülers gegen die Republik wegen Mobbings befassen.

Der 16-Jährige war Schüler am Bregenzer Gymnasium Gallus. Dort sei er zwei Jahre lang von seinen Mitschülern gemobbt worden, sagen der Schüler und seine Eltern. Die Verantwortlichen des Gymnasiums hätten trotz Intervention der Eltern zu wenig gegen das Mobbing unternommen. Die Schulleitung sagt, man habe versucht, dem Schüler zu helfen.

Der Schüler macht 21.000 Euro an Schadenersatz geltend. Er habe unter den Gemeinheiten seiner Mitschüler psychisch so stark gelitten, dass er fachärztliche Behandlung in Anspruch nehmen musste. Weitere 10.000 Euro sollen bei möglichen Folgeschäden fällig werden.

Richter schlägt Vergleich vor

Richter Gerhard Winkler regte am Mittwoch an, den Zivilprozess nicht weiterzuführen, sondern einen Vergleich einzugehen. "Vielleicht gibt es eine Lösung, bei der keiner als Verlierer vom Platz geht", meinte Winkler. Sollte kein Vergleich zustande kommen, wird am 14. Jänner weiterverhandelt. Dann werden der Schüler und Zeugen geladen. Der Schüler war bei der ersten Prozessrunde nicht anwesend.

Die Klage des Gymnasiasten hatte zu Reaktionen der AHS-Direktoren geführt. In einer Aussendung forderten sie Experten für die Schulen, da Lehrkräfte mit dem Problem Mobbing überfordert seien. Sozialarbeiter regen Mobbing-Ombudsstellen für Schülerinnen und Schüler an. (Jutta Berger, derStandard.at, 22.10.2014)

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