Microsoft-Chef: Piraterie war unser "Freemium-Modell"

22. Oktober 2014, 09:36
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Es sei sinnvoll, Nutzer mit kostenfreien Produkten anzulocken – notfalls durch Akzeptanz von nicht-legalen Downloads

Freemium: Ein Modell, das momentan vor allem durch Apps und Streaming- oder Cloud-Services wieder an Bedeutung gewinnt. Ganz offiziell dürfen Nutzer eine Grundversion des Angebots nutzen, für zusätzliche Features muss dann gezahlt werden. Auch Microsoft baut seinen Cloud-Dienst "OneDrive" auf einem Freemium-Modell auf, um Kunden anzulocken.

Piraterie besser als Konkurrenzprodukte nutzen

Doch laut Microsoft-CEO Satya Nadella betreibt Microsoft schon seit Jahrzehnten ein Freemium-Modell von ganz anderer Größenordnung – nämlich durch das Ignorieren von Windowsprodukten, die aus nicht ganz legalen Quellen bezogen wurden. "Wir hatten schon immer Freemium-Modelle", so Nadella wörtlich zu CNBC, "manchmal hörte es auf den Namen Piraterie". So sei die Nutzung von kostenfrei bezogenen Produkten immer noch besser als ein Ausweichen auf Konkurrenzprodukte, erklärte der Microsoft-CEO laut Torrentfreak weiter.

Kampfpreise

In Zukunft soll das Modell aber auch ganz offiziell bei anderen Anwendungen zum Einsatz kommen. "Wir sind bei der Preisgestaltung genauso konkurrenzfähig wie unsere Rivalen", so Nadella, "und ich glaube, dass Freemium ein Konzept ist, das in der IT-Branche noch lange bestehen bleibt". Gerüchten zufolge soll das neue Betriebssystem Windows 10, das 2015 erscheint, als kostenloses Update für bestehende Nutzer zur Verfügung stehen. (fsc, derStandard.at, 22.10.2014)

  • Schon bei früheren Produkten habe Microsoft auf Freemium gesetzt, so CEO Nadella - nämlichdurch Piraterie
    foto: apa/büttner

    Schon bei früheren Produkten habe Microsoft auf Freemium gesetzt, so CEO Nadella - nämlichdurch Piraterie

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