Mexiko: Soldaten sollen 15 Wehrlose getötet haben

22. Oktober 2014, 15:58
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Die Opfer hatten sich einem Untersuchungsbericht zufolge bereits ergeben

Mexiko-Stadt - Nach einem Massaker in Mexiko hat die Nationale Menschenrechtskommission schwere Vorwürfe gegen die Streitkräfte erhoben. Soldaten hätten bei dem Einsatz im Bundesstaat Mexico 15 wehrlose Menschen getötet, teilte die Organisation am Dienstag nach Abschluss ihrer Ermittlungen mit.

Ende Juni hatten Soldaten in der Ortschaft Tlatlaya 22 mutmaßliche Bandenmitglieder erschossen. Zunächst hatten die Streitkräfte erklärt, die Opfer hätten eine Patrouille angegriffen und seien bei dem anschließenden Feuergefecht ums Leben gekommen.

Tatort manipuliert

Die Ermittlungen der Menschenrechtskommission ergaben allerdings, dass sich zwölf Opfer, darunter zwei Minderjährige, bereits ergeben hatten. Den Soldaten wird vorgeworfen, den Tatort mangelhaft dokumentiert zu haben. Mehrere Leichen seien bewegt worden, einigen Opfern wurden Waffen in die Hand gedrückt.

Zeuginnen nicht befragt

Eine Zeugin widersprach der offiziellen Version und warf den Soldaten vor, die Verdächtigen festgenommen und exekutiert zu haben. Die Menschenrechtskommission kritisiert, dass die Ermittler auf eine Einvernahme der drei überlebenden Frauen lange verzichteten: sie wurden als Beschuldigte geführt.

Die Generalstaatsanwaltschaft gibt an, gegen drei Soldaten Ermittlungen wegen Mordes und gegen einen weiteren wegen Begünstigung eingeleitet zu haben. (red/APA, 22.10.2014)

  • Mexico City, 12. Oktober: Angehörige der beschuldigten Soldaten demonstrieren
    foto: ap/marco ugarte

    Mexico City, 12. Oktober: Angehörige der beschuldigten Soldaten demonstrieren

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