Telekom Austria - Analysten rechnen mit tiefroten Neunmonatszahlen

21. Oktober 2014, 17:28
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Im Quartalsvergleich jedoch Stabilisierung erwartet - Höhere Tarife in Österreich stützen Bilanz

Für die am Donnerstag anstehenden Neunmonatszahlen der Telekom Austria rechnen die Analysten der Erste Group, Raiffeisen Centrobank (RCB), JPMorgan und der UBS mit tiefroten Ergebnissen. Im Quartalsvergleich erwarten sie jedoch eine Stabilisierung der Ergebnisse und begründen dies vor allem mit einer Markterholung in Österreich.

Im Schnitt prognostizieren die Experten für die ersten drei Quartale 2014 einen Verlust von 254,7 Mio. Euro, nach einem Gewinn von 136,7 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Auch das operative Ergebnis (Ebit) wird nach Schätzungen der Analysten in die roten Zahlen drehen, und zwar von plus 344,8 Mio. Euro im Vorjahr auf minus 87,3 Mio. Euro. Beim operativen Ergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) dürfte der Rückgang indessen mit vier Prozent auf 980,5 Mio. Euro moderat ausfallen. Die Umsätze werden den Prognosen zufolge ebenfalls leicht um fünf Prozent auf 2.964,0 Mio. Euro zurückgehen.

Harter Konkurrenzkampf

Die Neunmonatszahlen dürften erneut von den Wertberichtigungen in Bulgarien aus dem Halbjahr sowie einem harten Konkurrenzkampf und einem schwachen makroökonomischen Umfeld in dem Land belastet werden. Zudem bleibt der regulatorische Druck in Kroatien hoch und die Performance der Region dürfte ebenfalls weiterhin schwach sein, so die Erste-Group-Analysten.

Der eher schleppenden Marktentwicklung in diesen Ländern stehen jedoch höhere Tarife in Österreich gegenüber, die sich vor allem im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014 positiv auf die Neunmonatsbilanz auswirken dürften. Auch die Abwanderungsquote sollte sich angesichts der von allen Mobilfunkanbietern angehobenen Aktivierungsgebühren stabilisieren, kommentieren die Analysten der Erste Group. Da das Geschäft in Österreich 61 Prozent des Umsatzes und 55 Prozent des Ebitda der Telekom ausmacht, sollten die Ergebnisse klar von der positiven Trendwende in Österreich geprägt sein, sind sich die Analysten von Erste Group und UBS einig.

Zuversicht

Bereits in der vergangenen Woche hat sich der Vorstandchef Hannes Ametsreiter auf der Gewinnmesse in Wien zuversichtlich zur weiteren Unternehmensentwicklung geäußert. Er hofft auf einen "Turnaround" beim Ebitda sowie auf organisches Wachstum.

In den verbleibenden Monaten des Geschäftsjahres 2014 dürfte sich die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer vor allem auf die angekündigte Kapitalerhöhung des Unternehmens in Höhe von rund 1 Mrd. Euro richten, so die JPMorgan-Experten. Eine solche würde den Analysten zufolge einen Schuldenabbau sowie größere Flexibilität bei der Osteuropa-Strategie und bei neuen Investitionen bringen. Zudem könnte der erwartete Eintritt einiger neuer Mobilfunkanbieter in Österreich in den Blickpunkt rücken.

Die Telekom Austria ist derzeit zu knapp 60 Prozent im Besitz der mexikanischen America Movil, dem größten Telekomkonzern Lateinamerikas. Das Unternehmen des mexikanischem Milliardärs Carlos Slim kontrolliert den österreichischen Marktführer seit Juli. Zweitgrößter Eigner ist die Staatsholding ÖIAG mit 28,4 Prozent. (APA, derStandard.at, 21.10.2014)

  • Vorstandschef Hannes Ametsreiter bleibt zuversichtlich
    foto: apa/punz

    Vorstandschef Hannes Ametsreiter bleibt zuversichtlich

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