Apples OS X Yosemite soll Nutzer ausspionieren

21. Oktober 2014, 16:31
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Gemäß Voreinstellungen sendet die Spotlight-Suche automatisch Ortsdaten und Anfragen, die Funktion kann deaktiviert werden

Datenschutz, Privatsphäre, Sicherheit: Besonders seit dem iCloud-Hack, bei dem Nutzerkonten von Prominenten infiltriert wurden, will Apple einen Fokus auf diese drei Schlagworte setzen. Da passt es schlecht, wenn die renommierte US-Tageszeitung Washington Post genau in diesem Bereich wegen Apples neuem Betriebssystem OS X Yosemite Alarm schlägt: Wer in der Suchfunktion "Spotlight" nach Dateien sucht, sendet automatisch Ortsangaben und Suchbegriffe ins Netz.

Soll Suchergebnisse verbessern

Das ganze ist aber mehr als Feature denn als Bug zu sehen – oder zumindest so gemeint: Denn durch die Übermittlung der Daten kann Microsofts Suchmaschine Bing, mit der Apple kooperiert, relevante Suchergebnisse in Spotlight anzeigen. Zusätzlich weist Apple in einem Einführungstext auf die Datenweitergabe hin. Allerdings stellt sich nicht nur Spiegel Online die Frage, wer solche Texte "schon aufmerksam liest".

"Extrem detaillierte Daten"

Die neue Funktion bei Spotlight hat auf Twitter eine harsche Reaktion hervorgerufen. Damit unterliefe Apple seine eigenen Bestrebungen, so die Nutzer. Gegenüber der Washington Post gibt Software-Programmierer Landon Fuller, der die Firma Plausible Labs leitet, denn auch an, dass Apple "extrem detaillierte Daten über die Spotlight- und Websuchen seiner Nutzer" sammle. Das habe eine Analyse von OS X Yosemite ergeben, so Fuller: "Vielleicht nutzen sie die Daten, um ihre eigene Technologie zu verbessern, anstatt sie an Werbetreibende zu verkaufen – jedenfalls sammeln sie die Daten aber massiv."

Apple: Höchste Sicherheitsvorkehrungen

Fuller hat deshalb die Seite fix-macosx.com ins Leben gerufen, wo Apple-Nutzer dem Datensammeln gegensteuern können. Apple selbst hat sich erstaunlich rasch zur Causa geäußert: Durch die Datenübermittlung solle ausschließlich die Suchfunktion verbessert werden. Außerdem wurden sämtliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen: Nutzer seien nur 15 Minuten lang mit einer ID erkennbar, dann wechsle diese. Der Konzern dementierte außerdem, Kundenprofile zu erstellen.

Funktion ist deaktivierbar

Apple-Nutzer, die das Feature abdrehen wollen, können dies in den Systemeinstellungen von OS X Yosemite vornehmen. Dort kann in den Optionen zur Spotlight-Suche das automatische Vervollständigen sowie die Abfrage von Bing deaktiviert werden. (fsc, derStandard.at, 21.10.2014)

  • Apples neues Betriebssystem soll Nutzerdaten an Apple übermitteln
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