"Endlich auskotzen": So denkt Österreich - bei ATV

Ansichtssache21. Oktober 2014, 13:58
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"Mein Hausarzt", Polizei-Reportagen und "Nie wieder Single" unter den Neuerungen - Dritter Sender soll in der zweiten Jahreshälfte 2015 starten: "Sicher keine Kopie".

foto: atv

Wien - Welchen Promi sähen Sie gerne hinter Gittern? ATV will 2015 sein Publikum abstimmen lassen, wen der Privatsender in den Promiknast einlädt. Martin Gastinger fällt da spontan Helmut Werner ein, der Pamela Anderson und Mausi Lugner vermittelt. Und Dominic Heinzl, der einst ATV verließ, um im ORF sein Societyglück doch nicht zu finden.

Aber Martin Gastinger ist Geschäftsführer von ATV, er sollte im Herbst 2015 möglichst Promis, die das Publikum möchte, für 14 Tage in den Knast bringen, und ATV schaltet dann jeden Abend um 21.15 oder 22.00 Uhr live in ein noch ungenanntes, aufgelassenes Gefängnis. Das Publikum soll auch bestimmen, wer Häftling und wer Wärter ist, sagt Gastinger, "etwas ganz Spezielles" also. In welchen Rollen er Werner und Heinzl sieht, sagt er nicht, als er Dienstag das Programm 2014/15 präsentiert. Aber er stellt das Format in eine Reihe mit "Dschungelcamp", "Big Brother" und "Die Alm".

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Den mehr oder minder echten Menschen bleibt ATV also treu. Nein, "Saturday Night Fever" kehrt nicht zurück, 120 Folgen sind genug. Nun zeigt der Sender in "It's my Party" eben Feiern aller Art in Österreich (sechs Folgen ab Februar).

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"Wir werden 2015 richtig Gas geben", gab sich Gastinger trotz des Flops "Wien - Tag & Nacht" selbstbewusst. In der zweiten Jahreshälfte wolle man zudem einen weiteren Sender starten.

"Kein Mensch weiß, warum es nicht geklappt hat", ging Gastinger kurz auf die gescheiterte Daily-Soap ein, für die man rund fünf Mio. Euro in die Hand genommen hat. Aus seiner Sicht sei es dennoch "ein mutiges Projekt" gewesen. Für die kommenden Monate habe man sich jedenfalls viel vorgenommen: So sollen einerseits die beiden Sender ATV und ATV II klarer positioniert werden, andererseits sei ein dritter Kanal in Planung. Diesbezüglich befinde man sich in der Vorbereitung: "Es wird sicher keine Kopie von ATV oder ATV II."

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Unter dem Claim "Typisch ATV" bietet der Hauptsender indes neue Eigenproduktionen wie "Mein Hausarzt" (sechs Folgen ab Februar) mit dem Mediziner Holger Ferstl, der sich pro Folge zwei Patienten annehmen wird.

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Neu sind weiter die Polizei-Formate "24 Stunden - Polizeieinsatz in Graz" (acht Folgen ab 27. Oktober) und "Polizei Wien - Wachzimmer Ottakring" (fünf Folgen ab Frühjahr).

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Vier Folgen lang sollen zudem "Wiener Geschichten" erzählt werden (ab Jänner).

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Den "7 Todsünden" widmet man im Frühjahr ebenso viele Ausgaben.

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Die Service- und Reportage-Formate, die auch ein Wiedersehen mit etablierten Sendungen wie "Pfusch am Bau", "Der große Österreich-Test" oder "Mein Recht!" bieten, werden ergänzt durch Doku-Soaps: In "So denkt Österreich" läuten die TV-Teams im Frühjahr an der Tür von Herr und Frau Österreicher, um das aktuelle Stimmungsbild des Landes abzufragen. Die Antworten dieser "Milieustudie" sind laut Gastinger "ein Erlebnis".

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Eine neue Kuppel-Show ist mit "Nie wieder Single" für Februar geplant, wobei die Protagonisten von Singlewandertagen bis zu Speeddatings begleitet werden. Die heimische Musikszene wird mit den "Amadeus Austrian Music Awards" abgedeckt, die ab 2015 wieder bei ATV zu sehen sind.

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Keinesfalls zurückgefahren werde im kommenden Jahr die Infoschiene, plane man doch etwa rund um die Wien-Wahl "Großes". Im Sportbereich steht Fußball ganz oben auf der Wunschliste: Neben den Spielen des ÖFB-Cups, wo man sich die Rechte mit dem ORF teilt, hat man die Fühler nach der UEFA Europa League und der Europameisterschaft 2016 ausgestreckt und werde jeweils Angebote legen.

Auf ATV II wolle man mit Filmen, Serien und Kulturevents "großes Kino" liefern. "Das ist keine Kopie von ATV, sondern eine bewusste Programmierung im Kontrast zum Hauptkanal", unterstrich Gastinger. Grundsätzlich sehe man sich als "innovativster Sender von allen, weil wir uns in voller Breiter mit österreichischen Themen beschäftigen". Jährlich werde ein zweistelliges Millionenbudget in die heimische Produktionslandschaft gesteckt und 90 Prozent der neuen Formate vergangener Jahre hätten gut funktioniert. "In unserer Zielgruppe, also bei den 12- bis 49-Jährigen, sind wir in der Primetime und bei Information weit vorne."

Im Bereich Spielfilme kündigt ATV als Free-TV-Premieren etwa "Iron Man III", "Jack and the Giants" oder "Seelen" an. Bei den Serien wartet mit "Dowton Abbey 4" eine Free-TV-Premiere auf die Zuseher, von "Almost Human" (Bild) gibt es eine Österreich-Premiere.


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Bereits am Montag ist der neue Polittalk "Klartext" mit Martin Thür, der zum Auftakt am gestrigen Montag im Schnitt 32.000 Zuseher ab 12 Jahren bei einem Marktanteil von 1,6 Prozent erreichte. Bei den 12- bis 49-Jährigen lag man bei 2,2 Prozent Marktanteil. Diesen "neuen Ansatz für einen politischen Talk" werde man laut Gastinger heuer noch sechsmal erleben, auch für das erste Halbjahr 2015 sei das Format eingeplant. An der Länge - netto dauerte die Sendung etwas mehr als 20 Minuten - wolle man noch arbeiten. (APA, fid, red, 21.10.2014)

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