16 EU-Länder über Gesamtschuldgrenze

21. Oktober 2014, 11:15
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Das Budgetdefizit 2013 ist sowohl in der EU als auch im Euroraum zurückgegangen, die Staatsschulden sind dagegen weiter gestiegen

Brüssel/Luxemburg - Das Budgetdefizit 2013 ist sowohl in der EU als auch im Euroraum gegenüber 2012 weiter zurückgegangen. Die am Dienstag von Eurostat veröffentlichten Zahlen weisen eine Reduktion des Defizits gemessen am BIP im Währungsgebiet von 3,6 Prozent 2012 auf 2,9 Prozent 2013 aus, für die EU gab es einen Rückgang von 4,2 auf 3,2 Prozent.

Die Staatsschulden sind dagegen weiter gestiegen. Sie erhöhten sich im Euroraum von 89,0 Prozent 2012 auf 90,9 Prozent. In der EU stiegen sie von 83,5 auf 85,4 Prozent an.

Österreichs Budgetdefizit ging von 2,3 Prozent 2012 auf 1,5 Prozent für 2013 zurück. Unter den 28 EU-Staaten verzeichneten nur Luxemburg (+0,6 Prozent) und Deutschland (+0,1 Prozent) einen öffentlichen Überschuss. Die geringsten Defizite hatten im Vorjahr Estland (-0,5 Prozent), Dänemark (-0,7), Lettland (-0,9), Bulgarien (-1,2), Schweden und Tschechien (je -1,3) sowie Österreich (-1,5) zu verzeichnen.

Maastricht-Grenze

Unter der Maastricht-Grenze von maximal 3-Prozent-Verschuldungsquote lagen noch Belgien (-2,9 Prozent), Italien (-2,8), Malta (-2,7), Litauen und Slowakei (je -2,6), Finnland und Ungarn (je -2,4), Niederlande (-2,3) und Rumänien (-2,2). Zehn EU-Länder hatten ein Defizit über drei Prozent. Das höchste gab es 2013 in Slowenien (-14,6 Prozent), gefolgt von Griechenland (-12,2), Spanien (-6,8), Großbritannien (-5,8), Irland (-5,7), Kroatien (-5,2), Zypern und Portugal (je -4,9), Frankreich (-4,1) und Polen (-4,0).

Österreichs Staatsschulden sind laut der neuen Berechnungsmethode von Eurostat zwar gegenüber 2012 gesunken, aber mit 81,2 Prozent deutlich höher als bei vorangegangenen Berechnungen. Allerdings wurde nach der Eurostat-Methodik des "Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen 2010" seit 2010 ein sinkender Gesamtverschuldens-Stand registriert. 2010 lag die Staatsschuld Österreichs demnach bei 82,4 Prozent, 2011 sank sie auf 82,1 Prozent, 2012 ging sie weiter auf 81,7 Prozent zurück und 2013 ist sie weiter auf 81,2 Prozent gefallen.

Die niedrigsten Verschuldungsquoten registrierten unter den EU-Staaten im Vorjahr Estland (10,1 Prozent), gefolgt von Bulgarien (18,3), Luxemburg (23,6), Rumänien (37,9), Lettland (38,2), Schweden (38,6), Litauen (39,0), Dänemark (45,0) und Tschechien (45,7). Unter der Maastricht-Grenze von maximal 60 Prozent Staatsverschuldung liegen noch die Slowakei (54,6), Polen (55,7) und Finnland (56,0).

Griechenland weiterhin mit höchster Staatsverschuldung

Insgesamt 16 EU-Länder überschreiten die 60-prozentige Gesamtschuldgrenze. Es sind dies die Niederlande (68,6), Malta (69,8), Slowenien (70,4), Kroatien (75,7), Deutschland (76,9), Ungarn (77,3), Österreich (81,2), Großbritannien (87,2), Spanien (92,1) und Frankreich (92,2),

Die höchste Staatsverschuldung hatte weiterhin Griechenland mit 174,9 Prozent vor Portugal (128,0), Italien (127,9), Irland (123,3), Belgien (104,5) und Zypern (102,2). Diese sechs Länder sind die einzigen, die über der 100-Prozent-Marke lagen.

Die neuen Berechnungsmethoden von Eurostat basieren auf drei Eckpunkten. Eine Änderung der Kriterien, die verwendet werden, um den Sektor des Staates zu bestimmen, was zu einer Umklassifizierung von Einheiten innerhalb oder außerhalb des Staatssektors führen kann. Weiters eine Änderung der Verbuchung von Pauschalbeiträgen, die an den Staat im Rahmen von Transfers von Pensionsfonds gezahlt werden sowie der Verzicht auf eine Anpassung bei Netto-Zinsströmen im Rahmen von Swap-Vereinbarungen und Forward Rate Agreements. (APA, 21.10.2014)

  • Die höchste Staatsverschuldung hatte weiterhin Griechenland.
    foto: ap/may

    Die höchste Staatsverschuldung hatte weiterhin Griechenland.

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