Ungar Grill: Nehmen Sie nicht die Erstbeste!

21. Oktober 2014, 16:11
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Das muss nämlich nicht die Richtige sein für veganes Schmalzbrot, Toast Hawaii und bäriges Kürbisgulasch

Nehmen Sie nicht die Erstbeste! Schon gar nicht auf Facebook, wenn sie dort das seit ein paar Monaten neu bespielte Ungar Grill suchen. Die erstbeste Fundstelle dort ist nämlich die Alte. Und der frühere Betreiber des rustikal-abgedrehten Lokals in der Wiener Burggasse 97 reagiert inzwischen etwas unwirsch, wenn man die Handy-Nummer auf dieser Facebook-Seite wählt, um zu reservieren.

Wenn man das Lokal nicht kennt, kann man auch an einem frühen Wochentagsabend im Oktober auf die Idee kommen, sicherheitshalber zu reservieren. Nicht nötig, erfährt man dann unter der richtigen Nummer auf der richtigen Seite. Das ist die laut Facebook-Suche quasi zweitbeste, die sieht gleich viel schlüssiger nach den neuen Betreibern aus und verweist auch nicht auf einen Mulatschag vor zwei Jahren.

foto: harald fidler

Veganes Schmalzbrot

Die Karte passt sich recht schlüssig der kunstprojektierten Heurigenatmosphäre an mit Broten, unter denen das vegane Schmalzbrot nur noch mich Universalunwissenden überraschen kann. Was man aus Palmöl, Zwiebel und Apfel nicht alles machen kann, das auch noch ganz gut schmeckt.

foto: harald fidler

Abgekäster Toast Hawaii

Die Wunderbare verleitet nicht allein die Atmosphäre zu einem Wiedersehen mit Toast Hawaii - sie bekennt sich da zu kulinarischer Überzeugungstäterschaft und wünscht sich umgehend einen größeren Toaster. Zum Glück wird der hiesige Toast Hawaii vorsorglich mit Hinweis auf eine "Variation" des Themas serviert. So brauchte sich die Wunderbare nicht echauffieren über fehlenden Schmelzkäse über der Ananasscheibe und wirkte durchaus zufrieden mit ihrer Wahl.

foto: harald fidler

Kürbisgulasch

Das kulinarisch nennenswerteste, erfreulichste Testgebiet dieses Abends: Kürbisgulasch, wirklich gut. Wie erwartet, möchte ich anfügen: Der grundsympathische rote Bär liefert das eine oder andere warme Gericht in die Burggasse.

foto: harald fidler

Aber in der Burggasse 97 kehrt man eher nicht zuallererst wegen der Küche ein - aber die Verpflegung zwischen Kunst, Element of Crime und gepflegtem Plausch ist nicht schlecht gesichert. Menschen, die Bier trinken, loben auch dieses Angebot. Und der hintere Teil des Gastgartens sieht mir ziemlich lauschig aus. (Harald Fidler, derStandard.at, 21.10.2014)

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