Neue Gefechte um Kobane: IS erhält Verstärkung 

21. Oktober 2014, 21:31
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Jihadistengruppe zieht Truppen zusammen - trotz türkischer Zusage noch keine Peschmerga eingetroffen

Damaskus/Bagdad - Nach den US-Waffenlieferungen für die Kurden in Kobane haben sich die Angreifer der Jihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS) mit Kämpfern aus anderen Regionen verstärkt. In der seit Wochen belagerten nordsyrischen Grenzstadt lieferten sie sich am Dienstag neue Gefechte mit den kurdischen Verteidigern.

Nach Angaben der Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte kamen die neuen Einheiten der radikalen Islamisten aus den von der IS-Miliz kontrollierten syrischen Städten Raqqa und Dkharabalus.

Selbstmordanschläge als Auslöser

Zwei verhinderte Selbstmordanschläge der Jihadisten am Montagabend hätten die neuen Kämpfe ausgelöst, hieß es in einer von der kurdischen Nachrichtenagentur Hawar veröffentlichten Mitteilung der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG).

Streit um Route für Peschmerga-Kämpfer

Kurdische Peschmerga-Kämpfer aus dem Nordirak sind nach Angaben der türkischen Regierung noch nicht zur Unterstützung der syrischen Kurden in der umkämpften Stadt Kobane eingetroffen. Die Peschmerga hätten die Türkei noch nicht passiert, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Dienstag im türkischen Sender NTV.

Die Route, die die Kämpfer aus dem Nordirak durch die Türkei nehmen sollten, sei noch nicht beschlossen. Cavusoglu hatte am Montag einen Korridor durch die Türkei für die Peschmerga angekündigt, zugleich aber weiterhin jede direkte türkische Unterstützung für die syrisch-kurdische Partei PYD ausgeschlossen. Die in Kobane kämpfenden YPG sind die Miliz der PYD, die eng mit der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbunden ist.

Waffen- und Munitionslieferungen

In der Nacht zum Montag - rund fünf Wochen nach Beginn der Kämpfe - hatten US-Transportflugzeuge erstmals Waffen und Munition sowie medizinisches Material für die Verteidiger der nordsyrischen Stadt abgeworfen. Die Lieferungen stammen nach US-Angaben von kurdischen Stellen im Irak und wurden nur transportiert.

US-Außenminister John Kerry spricht am Dienstag in Berlin mit seinem deutschen Kollegen Frank-Walter Steinmeier über die Lage.

Laut einem britischen Pressebericht kann die Miliz "Islamischer Staat" (IS) im NATO-Land Türkei offenbar relativ ungestört operieren. Die Zeitung "The Telegraph" berichtete kürzlich, ein syrischer Rebellenführer sei bei einem letztlich gescheiterten Entführungsversuch durch die IS-Kämpfer nahe der türkischen Grenzstadt Sanliurfa angeschossen worden. (APA, 21.10.2014)

  • Die US-Armee hat die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Kobane erstmals aus der Luft mit Waffen und Medizin versorgt.
    foto: ap photo/lefteris pitarakis

    Die US-Armee hat die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Kobane erstmals aus der Luft mit Waffen und Medizin versorgt.

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