Umsatzminus bei Chinas Telekomprimus China Mobile

20. Oktober 2014, 16:44
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SMS-Apps nagen am Geschäft

Nach Jahren rasanten Wachstums muss Chinas größter Telekom-Konzern nun einen herben Dämpfer einstecken. Wegen der verschärften Konkurrenz durch Kurznachrichten-Dienste ging der Quartalsumsatz von China Mobile erstmals seit längerem zurück. Er fiel um zwei Prozent auf umgerechnet 20 Mrd. Euro (156,6 Mrd. Yuan), wie aus den am Montag vorgelegten Neun-Monats-Zahlen hervorgeht.

Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters ist dies der erste Rückgang der Erlöse seit mindestens fünf Jahren. Der Nettogewinn rutschte in den ersten neun Monaten um fast zehn Prozent auf 10,6 Mrd. Euro (83 Mrd. Yuan) ab.

Apps statt SMS

Zu schaffen macht dem Konzern insbesondere, dass viele Chinesen mithilfe von Kurznachrichten-Apps auf ihren Smartphones über das Internet kommunizieren. In China ist etwa der von Tecent Holdings angebotene Dienst Weixin sehr populär. Das schmälert in der Telekom-Branche die Umsätze mit Telefongesprächen und Kurznachrichten (SMS). Das SMS-Geschäft von China Mobile brach um gut 20 Prozent ein.

Der Branchenprimus blickt auf kräftige Umsatzsteigerungen zurück. Er profitierte damals davon, dass sich die chinesische Mittelschicht zunehmend mit Handys eindeckte. Inzwischen zählt China Mobile knapp 800 Millionen Kunden und betrachtet dem heimischen Markt als weitgehend gesättigt. "Der Spielraum für Entwicklung im angestammten Kommunikationsgeschäft ist stark begrenzt", konstatiert das Management nun. Hoffnungen setzt es auf Apples neues iPhone 6, das in der Volksrepublik vergangene Woche auf den Markt kam. Ferner hat China Mobile gegenüber Konkurrenten wie China Unicom Hong Kong und China Telecom einen Vorsprung beim neuen Mobilfunkstandard 4G (LTE). (APA, 20.10.2014)

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