Zu Ende gedacht

21. November 2014, 16:00
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Achtundzwanzig Satzanfänge, vervollständigt von Franz Fischler

Auf die Umweltproblematik wurde ich das erste Mal aufmerksam ... mitten in unserem Dorf, als hinter unserem Haus ein Müllabladeplatz angelegt wurde, der fürchterlich stank und immer wieder brannte.

Ein ökologisches Vorbild war für mich ... Ing. Josef Willi, der die Biolandwirtschaft nach Tirol brachte und vor allem selbst vorlebte, was er von den anderen verlangte.

Das größte Umweltproblem besteht für mich ... im Klimawandel, vor allem deshalb, weil wir in Österreich die Chance, den Klimawandel unter zwei Grad Celsius zu halten, schon jetzt unwiderruflich vertan haben. Während global die Temperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen um 0,8 °C gestiegen ist, haben wir in Österreich die 2 °C bereits erreicht, und niemand kann eine weitere Erwärmung stoppen.

Eine gesunde Umwelt bedeutet für mich ... gute Lebensbedingungen für meine Kinder und Enkel.

Für umweltpolitisch besonders bedenklich halte ich ... die nach wie vor breite Ignoranz der Umwelt gegenüber.

Das Wort "Nachhaltigkeit" ... ist zwar zu einem Buzzword geworden, aber nach einem robusten Gleichgewicht zwischen Ökonomie, Ökologie und sozialer Verantwortung zu streben, ist nach wie vor das Schlüsselkonzept der Zukunft.

Die Farbe Grün symbolisiert für mich ... "freie Fahrt".

Den Klimawandel halte ich ..., wie schon gesagt, für das größte Umweltproblem. Die Reduktion der Treibhausgasemissionen beinhaltet aber auch jede Menge Chancen und neue Arbeitsplätze.

Mein ökologischer Fußabdruck ist ... überdurchschnittlich groß, weil ich sehr viel reisen muss. Das suche ich durch Wärmeenergiesparen zumindest teilweise wieder wettzumachen.

Im Flugzeug sitze ich ... fast jede Woche

Mit dem Auto fahre ich ... nach Möglichkeit nur dorthin, wo es keine Bahnverbindungen gibt, in Wien fahre ich nie mit dem Auto.

Nach dem Unglück von Fukushima dachte ich mir ... Warum müssen so viele Menschen sterben, nur weil die politischen Verantwortungsträger auf das falsche Pferd setzen?

Das wichtigste Energieproblem ... ist nicht die Erzeugung, sondern der effiziente Umgang mit ihr.

Um Strom zu sparen ..., achtet meine Familie bei der Anschaffung von Haushaltsgeräten auf geringen Verbrauch, und Stand-by-Schaltungen nutzen wir nicht.

Am meisten Energie frisst bei mir ... Das ist kein Thema, denn die Energiefresser haben wir alle aus unserem Haus verbannt.

Beim Einkaufen von Lebensmitteln ... achtet meine Frau sehr auf Regionalität, Qualität und Frische. Ich selbst gehe selten einkaufen.

Für biologische Lebensmittel zahle ich gerne einen etwas höheren Preis..., weil ihre Erzeugung auch mit höheren Kosten verbunden ist.

Vegetarisch zu leben ... ist nicht das Meine.

Die Angst vor gentechnisch veränderten Lebensmitteln ... ist unbegründet, solange der Verzehr und der Anbau von solchen in Österreich verboten sind. Ich habe aber auch keine Angst davor, in den USA in ein Restaurant zu gehen. Was ich mir wünschen würde, ist eine vernunftgeleitete und nicht von Angstmacherei geprägte Diskussion.

Latzhosen und Ökoschlapfen ... sind nicht mein's.

Wenn ich Umweltminister wäre ... solche Fragen soll ein Altpolitiker nicht beantworten.

Die Umweltpolitik in Österreich halte ich ... in manchen Bereichen, beispielsweise bei der Wärmeproduktion oder beim Natur- und Artenschutz oder beim Recycling, für gut, in anderen Bereichen, wie zum Beispiel bei der Mobilität, für schlecht.

Der Beitrag zum Umweltschutz, der mir am leichtesten fiel ..., war, ein sehr gut wärmegedämmtes Haus zu bauen.

Mein wichtigster Beitrag zur Nachhaltigkeit ... ist mein Engagement dafür.

Meine bislang letzte gute Tat für die Umwelt ... war, meinen Jungwald zu pflegen.

Mein allernächster guter Vorsatz zur Änderung meines Lebensstils ... ist abnehmen.

"Mein wichtigster Beitrag zur Nachhaltigkeit ... ist mein Engagement dafür.

Mein nächster guter Vorsatz zur Änderung meines Lebensstils ist ... abnehmen. (Klaus Taschwer, DER STANDARD, 23.10.2014)

Franz Fischler (68) wurde in Absam in Tirol geboren und studierte Landwirtschaft an der Universität für Bodenkultur in Wien. Von 1989 bis 1994 war er österreichischer Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, von 1995 bis 2004 EU-Kommissar für Landwirtschaft, Entwicklung des ländlichen Raumes und Fischerei. Zwischen 2005 und Ende 2011 war er Präsident des Ökosozialen Forums, seit 2012 ist er Präsident des Europäischen Forums Alpbach.

  • Den Klimawandel hält Franz Fischler für das größte Umweltproblem.
    foto: peter mayr

    Den Klimawandel hält Franz Fischler für das größte Umweltproblem.

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