"Ungläubige töten": Aufregung um Suchvorschlag bei Google

20. Oktober 2014, 10:18
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Suchmaschinenbetreiber entfernt Eintrag nach Zeitungsbericht - Begriffsvorschläge werden automatisch erstellt

Seit einigen Jahren ist Google in der Lage, Suchbegriffe bereits während der Eingabe zu vervollständigen. Die "Google Suggest" oder auch "Autocomplete" genannte Funktion überträgt die Eingabe des Nutzers an due Server des Unternehmens, der unmittelbar mögliche Vorschläge zurücksendet.

Feature mit Kontroversen-Potenzial

Die Vervollständigung hat in der Vergangenheit allerdings bereits zu kontroversen geführt. Da die ausgegebenen Komplettierungen nicht händisch erstellt, sondern per Algorithmus erarbeitet werden, gab es mitunter schon Fälle von Personen, die sich von Suchvorschlägen in Verbindung mit ihren Namen diskreditiert gefühlt hatten.

Prominentester Fall im Deutschsprachigen Raum ist bislang wohl die Frau des ehemaligen deutschen Präsidenten Bettina Wulff, die erfolgreich die Löschung von Suchvorschlägen und mehreren Suchergebnissen eingefordert hatte, die sie in Zusammenhang mit Prostitution stellten.

"Ungläubige töten"

Doch auch vor politisch und religös heiklen Vorfällen ist die Google-Suche nicht gefeit. Bis vor kurzem, so berichtet die Bild, zeigte die deutsche Google-Suche unter den ersten Vorschlägen zum Begriff "Ungläubige" die Kombination "Ungläubige töten".

Verschiedene Faktoren

Welche Vervollständigungen präsentiert werden, erklärt Google als Reaktion, hängt von einer Reihe von Faktoren ab und veränderten sich ständig. Eine Rolle spielt dabei auch, wie oft ein bestimmter Begriff von den Nutzern eingegeben wird. Um problematische oder rechtswidrige Ergänzungen melden zu können, stellt Google ein eigenes Formular bereit.

Wie beliebt ein Begriff gesucht wird, lässt sich als relativer Wert über Google Trends ermitteln. In begrenztem Rahmen hat das Unternehmen auch eine automatische Filterfunktion in Betrieb, die Suchvorschläge in Zusammenhang mit Pornographie oder Gewalt vorab entfernt.

Weitere Begriffe

"Ungläubige töten" hat Google mittlerweile als möglichen Suchvorschlag entfernt. Andere Kombinationen sind aber nach wie vor möglich – etwa in Verbindung mit dem arabischen Begriff "kuffar", der Ungläubige bzw. Atheisten beschreibt. (red, derStandard.at, 20.10.2014)

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