Großbritannien will zwei Jahre Haft für Internet-Trolle

20. Oktober 2014, 09:45
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Auch "Revenge Porn" soll härter bestraft werden

Die britische Regierung plant eine schärfere Verfolgung von sogenannten Internet-Trollen, die andere Nutzer beleidigen, bedrohen oder verfolgen. Die Tatbestände sind in Großbritannien in einem eigenen Gesetz, dem "Malicious Communications Act", zusammengefasst. Bislang war das höchste Strafmaß für Vergehen in diesem Bereich auf sechs Monate festgelegt, Justizminister Chris Grayling will dies "mindestens vervierfachen".

Prozessrechtliche Aufwertung

Grayling will damit laut Gamestar dem "bellenden Cyber-Mob" entgegentreten, auch die Veröffentlichung von sogenannten Rachepornos – also intimen Fotos und Videos von Ex-Geliebten – soll künftig härter bestraft werden. Beide Tatbestände würden durch das höhere Strafmaß auch prozessrechtlich eine Aufwertung erfahren: Sie könnten künftig an Crown Courts, also Gerichten mit Richter und Jury, statt lediglich an Amtsgerichten behandelt werden.

Verschärfung in Österreich

Auch in Österreich ist eine Verschärfung gewisser Tatbestände im Netz angedacht: Im Interview mit dem STANDARD hatte Justizminister Wolfgang Brandstätter (ÖVP) angekündigt, dass Cybermobbing bis Mitte 2015 ein gesetzliches Verbot erhielte. Andere Tatbestände, die in Großbritannien im "Malicious Communications Act" gebündelt sind, verteilen sich hierzulande auf andere Deliktsgruppen wie Verhetzung oder Ehrenbeleidigung. (fsc, derStandard.at, 20.10.2014)

  • Beschimpfungen im Netz sollen in Großbritannien strengere Konsequenzen für den Täter haben
    foto: apa/dpa

    Beschimpfungen im Netz sollen in Großbritannien strengere Konsequenzen für den Täter haben

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