Bei den Wienern geht nicht viel weiter

19. Oktober 2014, 12:57
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Rapid brütet eine veritable Heimschwäche aus, bei der Austria funktioniert es weder da noch dort

Wien - Rapid wie auch die Wiener Austria haben es am Wochenende verabsäumt, nach der Niederlage des WAC gegen Grödig (1:2) Boden auf die Kärntner gut zu machen. Sowohl Grün-Weiß (0:0 daheim gegen Admira) als auch Violett (1:1 in Altach) kamen nicht über enttäuschende Unentschieden hinaus.

Rapid überzeugte im Happel-Stadion gegen die Südstädter nur in der ersten Hälfte, ließ in dieser Phase aber zu viele Chancen aus. "Da hätten wir in Führung gehen müssen, dann hätte die Admira kommen müssen und wir hätten mehr Räume bekommen", meinte Trainer Zoran Barisic.

Zur Pause lautete das Torschussverhältnis 13:0 für Rapid, dennoch stand am Schluss Torlosigkeit - auch weil die Hütteldorfer nach dem Seitenwechsel zurückfielen. "In der zweiten Hälfte sind wir schwieriger in die Gänge gekommen. Die Admira war stabiler, besser im Umschaltspiel und dadurch gefährlicher", so Barisic.

Der Rückfall seiner Mannschaft nach Wiederanpfiff lag dem Coach schwer im Magen. "Da haben wir den Rhythmus verloren, zu einfache Ballverluste produziert und zu wenig Torgefahr ausgestrahlt." In den ersten 45 Minuten habe man eine Top-Leistung gebracht, aber dass seine Mannschaft in der zweiten Hälfte nicht mehr so durchgebrochen sei, mache ihn traurig.

Für Rapid stehen damit nach sieben Auftritten vor eigenem Publikum erst drei Heimsiege zu Buche. "Auswärts muss der Gegner mehr fürs Spiel machen, vielleicht tun wir uns da leichter", sagt Barisic. 2014 dürfen die Hütteldorfer immerhin noch fünf Mal verreisen, nur zwei Heim-Partien stehen noch auf dem Programm.

Trotz des Dämpfers bleibt Rapid aber auch nach der zwölften Runde an der dritten Stelle. Der Rückstand auf den nunmehr von Wolfsberg gehaltenen zweiten Platz, der zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt, beträgt acht Punkte.

"Es ist irrsinnig schade, dass wir nicht drei Punkte gemacht haben - nicht nur was die Tabellensituation vorne, sondern auch hinten betrifft", sagte Barisic. Er weiß aber auch: "Die Tabelle ist nach 12 Spielen nicht so interessant wie nach 36."

Im Gegensatz zu Rapid konnte die Admira mit dem Unentschieden gut leben. "Wir nehmen den Punkt gerne mit", sagte Coach Walter Knaller mit Hinweis auf die erste Hälfte. "Da hat uns Rapid an die Wand gespielt." Danach jedoch kam man dem ersten Auswärtssieg gegen den Rekordmeister seit 2006 bei einem Stangenkopfball von Stephan Auer und einem wohl fälschlicherweise wegen Abseits aberkannten Tor von Christoph Knasmüllner nahe.

Die Steigerung nach der Pause hatte auch mit der Rückkehr von der Dreier- zur gewohnten Viererkette zu tun. "Wenn wir nicht umgestellt hätten, wäre die Watschn sicher in der zweiten Hälfte gekommen. Wir haben gewusst, das kann nicht gutgehen", erklärte Knaller.

Baumgartner: "Hatten auch Glück"

Die Admira liegt damit nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz hinter der siebtplatzierten Austria. Der Meister der vorvorigen Saison kamen bei Aufsteiger Altach nicht über ein 1:1 hinaus.

"In der ersten Hälfte haben wir leider einige sehr gute Möglichkeiten ausgelassen. Nach dem Wechsel war es genau anders herum, da hatten wir in einigen Szenen auch Glück. Deswegen muss man sagen, dass das Unentschieden vom Spielverlauf her in Ordnung geht", lautete das Resümee von Trainer Gerald Baumgartner.

Der violette Tross fuhr unmittelbar nach dem Match mit dem Nachtzug von Feldkirch nach Wien zurück, traf am Sonntag kurz nach 7:00 Uhr am Westbahnhof ein, danach ging es direkt weiter zum Training in die Generali Arena. Nicht auf dem Platz war Markus Suttner. Der Teamspieler schied in Altach mit Verdacht auf Muskelfaserriss aus, die genaue Diagnose soll am Montag feststehen. (APA/red - 19.10. 2014)

  • Vanche Sikov als ein Symbol für die derzeitige Verfasstheit der Wiener Austria.
    foto: apa/stiplovsek

    Vanche Sikov als ein Symbol für die derzeitige Verfasstheit der Wiener Austria.

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