Roms Bürgermeister erkennt Homo-Ehen an 

18. Oktober 2014, 18:00
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Vertreter der katholischen Kirche und der Mitte-Rechts-Parteien kritisierten Marinos Aktion

Rom - Roms Bürgermeister Ignazio Marino hat mit der Anerkennung im Ausland geschlossener Homo-Ehen für Aufregung gesorgt. Er empfing am Samstag insgesamt 16 gleichgeschlechtliche Paare aus Italien im Kapitol und trug ihre Ehen offiziell ins Register der Stadt ein. Zeitgleich berieten die Bischöfe im Vatikan zum Ende der Familiensynode auch über ihren Umgang mit Homosexuellen.

Vertreter der katholischen Kirche und der Mitte-Rechts-Parteien kritisierten Marinos Aktion. "Die Unterschrift von Marino kann nicht das Gesetz ersetzen. Er hat diesen Paaren praktisch ein persönliches Autogramm gegeben", meinte Innenminister Angelino Alfano (Ncd). Homo-Ehen sind in Italien verboten, zuletzt hatten jedoch einige Bürgermeister begonnen, sie anzuerkennen. Alfano hatte daraufhin durchgesetzt, dass dies nicht anerkannt wird. Der linke Oppositionspolitiker Nichi Vendola lobte Marino: "Auch auf dem Kapitolshügel weht der Wind der Freiheitsrechte".

Die italienische Bischofskonferenz kritisierte die Aktion als "eine willkürliche Anmaßung", die in diesen Tagen in Rom nicht hinnehmbar sei. Die Diözese von Rom kritisierte das Vorgehen als "Provokation". Mitte-Links-Politiker Marino erklärte: "Ein strahlender Samstag. Wir hoffen, dass es bald ein ganz normaler Tag ist, weil wir glauben, dass alle Menschen gleich sind und die gleichen Rechte haben." (APA, 18.10.2014)

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