Syrien: IS von Kurden in Kobanê bedrängt - US-Luftschläge töteten Zivilisten

18. Oktober 2014, 17:11
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Internationale Allianz und Kurden koordinieren Angriffe auf IS-Jihadisten besser - Bei anderen Luftschlägen sollen syrische Zivilisten getötet worden sein

Kobanê - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verliert in der umkämpften syrischen Kurdenstadt Kobanê weiter an Boden. Durch koordinierte Angriffe der sogenannten kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) und der internationalen Allianz würden die IS-Kämpfer zurückgedrängt, berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag.

In Ostsyrien habe die von den USA angeführte Koalition Angriffe auf Gasanlagen und Ölraffinerien geflogen, die von den Extremisten kontrolliert worden seien. Dabei seien versehentlich fünf syrische Zivilisten getötet worden.

In Syrien dominiert die IS-Miliz mit von ihnen eroberten Gebieten im Norden und Osten gut ein Drittel des Landes. Der Vormarsch auf die kurdische Enklave Kobanê an der Grenze zur Türkei, die IS-Kämpfer seit rund einem Monat belagern, gerät jedoch ins Stocken. Die internationale Allianz und kurdische Einheiten verteidigen die

Nach Angaben des kurdischen Aktivisten Farhad Shami, der sich in Kobanê aufhält, hat die YPG in beiden Gefechtszonen "Schlüsselpositionen" zurückerobert. "Ohne Zweifel war das durch die Luftschläge möglich", sagte Shami der dpa.

Zivilisten bei Luftschlägen ums Leben gekommen

Außerhalb von Kobanê flog die internationale Allianz nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle mehrere Luftangriffe in den Provinzen Al-Rakka und Dair as-Saur. Fünf Luftschläge hätten Gasanlagen und Ölraffinerien nahe der Ortschaft Al-Jardi gegolten, die von IS-Kämpfern erobert worden waren. Dabei seien versehentlich zwei Zivilisten getötet worden. Drei weitere, darunter ein Kind, seien bei einem Luftangriff auf das Dorf Kabiba in der nordsyrischen Provinz Hasaka ums Leben gekommen. Bereits am Donnerstag waren nach Medienberichten mehrere kurdische Kämpfer und eine Zivilistin bei einem Luftangriff der Allianz in Kobanê getötet worden.

Augenzeugen zufolge soll die IS-Miliz Piloten an erbeuteten Kampfflugzeugen ausbilden. Aktivisten berichteten, Augenzeugen hätten mindestens ein Flugzeug im Tiefflug gesehen. Das US-Außenministerium erklärte dazu: "Uns ist nicht bekannt, dass IS irgendwelche Kampfjets aus dem Irak erbeutet hat."

Allerdings waren der IS-Miliz in Syrien mehrere Kampfflugzeuge sowjetischer Bauart - MiG 21 und MiG 23 - in die Hand gefallen. Im August hatte der IS den Fliegerhorst bei Al-Rakka nach heftigen Kämpfen mit Regierungstruppen erobert. Danach zeigten die Jihadisten im Internet ihre Kriegsbeute - darunter Kampfjets. Experten bezweifelten damals, dass die Maschinen flugtauglich seien. Die defekten oder wegen Wartungsarbeiten nicht flugfähigen MiGs könnten von ehemaligen irakischen Offizieren und Technikern in den Reihen der Sunnitenmiliz instand gesetzt worden sein.

Offener Brief an IS-Miliz

In einem im britischen "Guardian" abgedruckten offenen Brief riefen die Familien von zwei von der IS-Miliz ermordeten britischen Geiseln zu Einigkeit im Kampf gegen die Terroristen auf. "Gemeinsam haben wir die Kraft, diese hasserfüllten Aktionen zu bekämpfen", hieß es in dem Brief. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass die Taten Weniger den Zusammenhalt von "Menschen aller Religionen in unserer Gesellschaft" untergraben. (APA, 18.10.2014)

  • Rauch steigt auf in Kobanê nachdem die von den USA geführte Koalition Luftschläge gegen die IS-Miliz geflogen war.
    foto: reuters/kai pfaffenbach

    Rauch steigt auf in Kobanê nachdem die von den USA geführte Koalition Luftschläge gegen die IS-Miliz geflogen war.

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