Manhattan-Transfer-Gründer Tim Hauser gestorben

19. Oktober 2014, 20:02
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Seine A-cappella-Combo war ab Mitte 1970er-Jahre eine der erfolgreichsten Formationen zwischen Jazz und Pop

Sayre - Joe Zawinuls Komposition Birdland war schon in der Version seiner Band Weather Report alles andere als ein Geheimtipp geblieben. Als sich jedoch in den 1980ern die vier US-Stimmen der Formation Manhattan Transfer ihrer annahmen und die gefinkelten Melodielinien mit Texten versahen, erhöhte sich die Reichweite dieses Hits zusätzlich. Tim Hauser und die von ihm 1969 geründete A-cappella-Combo wandte dabei konsequent eine alte Methode an.

Ab Mitte der 1970er war sie eine der erfolgreichsten Formationen zwischen Jazz und Pop, doch stand sie eindeutig in der Tradition der Gruppe Lambert, Hendricks und Ross, die in den 1950er-Jahren erfolgreich virtuosen, quasi instrumentalen Jazzgesang pflog.

Dabei ging es nicht nur um den üblichen Scatgesang mit Nonsensworten, es wurden ganze Jazzsoli getextet. Tim Hauser sorgte für das Fortleben dieser alten Kunst. Mit seiner Combo repräsentierte der 1941 in Troy geborenen Sänger natürlich auch einen kommerziell etwas nachgiebigen Retrojazz, wobei Hauser den späten Erfolg sicher genoss. Er hatte viele Jahre lang Jobs abseits der Musik verrichtet, bis seine Band zum Welthit geriet.

Tim Hauser ist am Donnerstag 72-jährig an Herzversagen gestorben. Dass es mit Manhattan Transfer ohne ihn weitergeht, bleibt schwer vorstellbar. (tos, DER STANDARD, 20.10.2014)

  • Tim Hauser bei einem seiner Auftritte 2006 in Basel.
    foto: ap/kefalas

    Tim Hauser bei einem seiner Auftritte 2006 in Basel.

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