Weißrussischer Präsident Lukaschenko kritisiert Krim-Annexion

17. Oktober 2014, 16:21
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Aber Kiew hat sich Verlust selbst zuzuschreiben - Minsk in der Vermittlerrolle

Minsk - Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hat den engen Verbündeten Russland für die Einverleibung der Krim kritisiert. Die Annexion der Schwarzmeerhalbinsel sei falsch gewesen - allerdings habe sich die Ukraine den Verlust selbst zuzuschreiben, sagte er der Agentur Interfax zufolge am Freitag in Minsk.

Die neue Führung in Kiew habe nach dem Machtwechsel im Februar mit einer antirussischen Politik begonnen. "Hätten sie keinen Anlass gegeben, wäre es nicht passiert", sagte Lukaschenko. Allerdings dürfe auch nicht vergessen werden, dass Russland der Ukraine im Budapester Memorandum von 1994 territoriale Unversehrtheit zugesagt habe.

Lukaschenko bietet sich im Ukraine-Konflikt immer wieder als "ehrlicher Makler" an. So wurde die seit Anfang September in der Ostukraine geltende Waffenruhe bei einem Treffen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk vereinbart. Beobachtern zufolge will der Präsident mit der Vermittlerrolle vor allem sein Land aus der weitgehenden Isolation befreien. Der Westen hat gegen Weißrussland, das als letztes Land Europas die Todesstrafe vollstreckt, Sanktionen verhängt. Weißrussland ist aber vor allem wirtschaftlich stark von Russland abhängig. Die beiden Länder verbindet eine Wirtschaftsunion. (APA, 17.10.2014)

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