21 Flüchtlinge kauerten 2000 Kilometer in Laderaum

17. Oktober 2014, 16:14
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Die Gruppe, zu der auch Kinder und Schwangere gehörten, durfte Lastwagen von Istanbul bis München nicht verlassen

Mühldorf am Inn/Damaskus (APA/dpa) - Ein Menschenschlepper hat 21 syrische Flüchtlinge fast 2.000 Kilometer weit unter unmenschlichen Bedingen im Laderaum seines Lastwagens transportiert. Nach Polizeiangaben vom Freitag wurden dieFlüchtlinge zwischen 3 und 43 Jahren - unter ihnen eine schwangere Frau - in dem voll beladenen Lastwagen von der Türkei bis nach Oberbayern gebracht.

Auf der Fahrt von Istanbul nach Mühldorf durften sie ersten Ermittlungen zufolge den Laster nicht verlassen und mussten sich zwischen oder auf der Ladung einen Platz suchen. In Bayern ließ der bisher nicht gefasste Lkw-Fahrer die Menschen einfach zurück.

Schwangere musste ins Spital

Einer Mitarbeiterin eines Rasthofes war die Gruppe in der Nacht zum Donnerstag aufgefallen. Die im siebenten Monat schwangere Frau musste wegen Erbrechens und Fieber in einem Krankenhaus behandelt werden. Die anderen Flüchtlinge wurden in die Erstaufnahmeeinrichtung nach München gebracht oder dem Jugendamt übergeben.

Auf der Autobahn 8 bei Piding im Berchtesgadener Land hat die Bundespolizei am Donnerstag zudem zwei Schleuserfahrzeuge gestoppt. Die beiden Fahrer aus Ungarn und Italien, die insgesamt zehn Syrer ohne Papiere in ihren Autos hatten, wurden festgenommen. Auch diese Flüchtlinge im Alter von 18 bis 29 Jahren wurden nach München gebracht.

Unterkunft im Olympiastadion

Angesichts der in Deutschland angespannten Lage bei der Aufnahme von Flüchtlingen wurde in München kurzerhand der VIP-Bereich des Olympiastadions vorübergehend als Unterkunft umfunktioniert. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag seien die ersten 40 Menschen dort untergebracht worden, sagte ein Sprecher der Regierung von Oberbayern.

Insgesamt gebe es Platz für 180 Flüchtlinge in dem Bereich. Wie lange dort Flüchtlinge untergebracht werden sollen, ist demnach noch unklar. (APA/AFP/dpa, 17.10.2014)

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