Wiener Sozialprojekt bietet freies Surfen im "Zwischenschritt"

17. Oktober 2014, 13:11
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Samariterbund-Internetcafe mit Gratis-Zugang und Computerkurse

Ob Bewerbungsschreiben erstellen oder soziale Kontakte pflegen - das Internet bietet viele Möglichkeiten. Doch nicht jeder in Österreich verfügt über einen Zugang in die digitale Welt. Diesen Menschen offeriert das vom Samariterbund eingerichtete Internetcafe "Zwischenschritt" einen gemütlichen Platz. Gäste können dort gratis im Internet surfen, Computerkurse besuchen oder einfach nur verweilen.

Dittmanngasse 1A

Im Zwischenschritt in der Dittmanngasse 1A im Wiener Gemeindebezirk Simmering stehen den Gästen von Montag bis Freitag ausreichend Computer zur Verfügung, an denen kostenlos gesurft, gechattet oder geskypt werden kann. Zusätzlich herrscht Cafebetrieb mit günstigen Preisen, es besteht allerdings kein Konsumzwang. Darüber hinaus werden verschiedene Computerkurse angeboten.

Am Donnerstag feierte das Internetcafe mit einem Herbstfest den Auftakt zum neuen Programm. Mit einer Lesung von Autor Gerhard Ruhs und einem kleinen Konzert des Chors Stimmgewitter der Obdachlosenzeitung Augustin sollten möglichst viele Interessierte auf das Angebot des Cafes aufmerksam gemacht werden.

"Wir haben für Menschen jeden Alters kostenlos verschiedene Fortbildungsprogramme und ein vielfältiges Freizeit- und Kulturangebot", so Gertrud Unterasinger, Leiterin des Zwischenschritts. Für die einzelnen Zielgruppen gibt es eigene Programme: So starten im Herbst Computerkurse speziell für Frauen.

"Palawern am PC"

Bei dem Programmpunkt "Palawern am PC" werden österreichische Alltagswörter mittels Google in die Muttersprache der jeweiligen Gäste übersetzt. "Das sorgt immer für Diskussionen und ist ganz witzig, weil es manche Wörter in anderen Sprachen gar nicht gibt oder andere Bedeutungen haben", erzählte Unterasinger.

Jeden Dienstag findet der "Treffpunkt Kulturpass" statt, an dem ein Museum oder eine Ausstellung, die vorher von allen Teilnehmern bestimmt wurde, besucht wird. "Mit diesen Programmen wollen wir den Austausch von Menschen fördern, die wenig Kontakt zu Gleichgesinnten haben und oft am Rande der Gesellschaft leben", so Oliver Löhlein, Geschäftsführer des Wiener Samariterbundes.

"Unser Ziel ist es auch, Leuten die wohnungslos waren oder gerade auf dem Weg aus der Obdachlosigkeit sind, einen Ort zu bieten, wo sie wieder Kontakte knüpfen können, weg von der Szene", ergänzte Gertrud Unterasinger. Und, so wird betont: Die Mitarbeiter des Cafes sind Menschen, die selbst Wohnungslosigkeit erlebt haben. (APA, 17.10. 2014)

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