Linzer Med-Fakultät erhält Forschungsstruktur

17. Oktober 2014, 12:59
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Interdisziplinäre Zentren für Versorgungsforschung und Medizintechnik

Linz - Die Linzer Medizinfakultät nimmt immer konkretere Formen an. Neben den acht nicht-klinischen Instituten und 24 Uni-Kliniken soll es vier Forschungsinstitute geben, die auch Ärzten außerhalb des Uni-Spitals offen stehen. Sie bilden das Zentrum für klinische Altersforschung. Zudem sind zwei weitere, interdisziplinäre Zentren vorgesehen - eines für Medizintechnik und eines für Versorgungsforschung.

Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) präsentierte am Freitag in einer Pressekonferenz mit Jus-Dekan und Projektleiter Meinhard Lukas die künftige Forschungsstruktur der Medizinfakultät an der Johannes Kepler Universität (JKU). Beide betonten, dass neben den drei Spitälern, die das Kepler Uni-Klinikum bilden - AKH, Landesfrauen- und Kinderklinik sowie Landesnervenklinik Wagner-Jauregg - auch Mediziner anderer Anstalten eingebunden werden sollen.

Vier Forschungsinstitute

Jene Spitalsabteilungen, die als Uni-Klinik geführt werden, unterstehen einem Professor, die übrigen wie bisher einem Primar. Die Inhaber der Lehrstühle müssen sich neben der Vermittlung auch um die Versorgung der Patienten kümmern. Einen klar wissenschaftlichen Fokus haben hingegen die vier Forschungsinstitute, die das Zentrum für klinische Altersforschung bilden: Vorgesehen sind vorerst ein onkologisches, ein kardiovaskuläres, eine neurowissenschaftliches sowie eines für Fragen des Bewegungsapparats bzw. der Biomechanik.

Die Forschungsinstitute stehen auch habilitierten Medizinern offen, die nicht an den Häusern des Uni-Klinikums tätig sind - also Ärzten aus Ordensspitälern oder aus dem niedergelassenen Bereich, allerdings nicht aus Einrichtungen in anderen Bundesländern. An den Spitälern, die nicht zur künftigen Uniklinik gehören, gebe es derzeit 65 Habilitierte, gemeinsam mit dem Kepler-Klinikum seien es über hundert, rechneten Pühringer und Lukas vor. Hinzu kommen noch einige im niedergelassenen Bereich. Dieses Potenzial wolle man heben.

Pühringer erwartet Nutzen für Wirtschaft

Mit den beiden anderen Zentren sollen die übrigen Schwerpunkte der JKU angezapft werden: Jenes für Versorgungsforschung wird sich vor allem mit der Frage beschäftigen, wie die Ressourcen in der Medizin am effizientesten eingesetzt werden können. Hier sind sowohl die sozialwissenschaftliche als auch die juristische Fakultät mit an Bord. Im Zentrum für Medizintechnik sollen Wissenschafter aus medizinischen Fächern wie z.B. Radiologie oder Orthopädie mit solchen der technisch-naturwissenschaftlichen Fakultät zusammenarbeiten. Dabei könnte es unter anderem um bildgebende Verfahren oder um Prothesen gehen.

Pühringer erwartet sich von der Fakultät nicht nur einen Nutzen für Patienten und Studenten, sondern auch für die Wirtschaft. "Mir ist wichtig, dass wir die Forschungsquote von derzeit 2,5 Prozent heben. Die Fakultät wird dazu entscheidend beitragen", ist er überzeugt. (APA, 17.10.2014)

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