150 Meeresgebiete erhalten Sonderstatus

17. Oktober 2014, 18:37
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WWF-Meeresschutzexperte spricht von großem Fortschritt - insgesamt fällt die Bilanz aber mau aus

Pyeongchang - Im Ringen um einen wirksameren Schutz der Arten und Biovielfalt in den Meeren hat die Weltgemeinschaft zumindest einen wichtigen Schritt gemacht. Beim 12. Vertragsstaaten-Treffen der UN zur Biodiversität (CBD) im südkoreanischen Pyeongchang einigten sich die Teilnehmer, mehr als 150 "ökologisch oder biologisch bedeutsame Meeresgebiete" in verschiedenen Regionen anzuerkennen. Das teilten Naturschützer zum Abschluss des zwölftägigen Treffens am Freitag mit, die die Verhandlungen an Ort und Stelle begleitet hatten.

Die Vertragsstaaten hatten 2010 in der japanischen Präfektur Aichi vereinbart, zehn Prozent der Meeresfläche unter Schutz zu stellen. Laut WWF sind derzeit lediglich drei Prozent davon als Schutzgebiete ausgewiesen. Das war eines der 20 sogenannten Aichi-Ziele zum Erhalt der biologischen Vielfalt, um deren wirksame Umsetzung es bei der Konferenz in Pyeongchang ging.

Gemischte Bilanz

Der wissenschaftliche Prozess im Rahmen der CBD solle den Ländern helfen, "ein weltweites Netzwerk von Meeresschutzgebieten auszuweisen", sagte der Meeresschutzexperte beim WWF Deutschland, Tim Packeiser. Jetzt liege es an den Staaten, in ihren Gewässern wie auch gemeinsam in den internationalen Gewässern entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Packeiser nannte den Beschluss einen großen Fortschritt.

Abgesehen von diesem Punkt fällt die Bilanz des WWF jedoch weniger positiv aus: "Willenlos, kraftlos, mutlos" wird genannt, was auf der Konferenz sonst erreicht wurde. "Der Mensch verursacht das größte globale Artenaussterben seit Verschwinden der Dinosaurier. Die Erde verliert ihre ökologischen Reserven im Zeitraffer. Doch der internationalen Staatengemeinschaft scheinen Mut, Kraft und Wille für ambitionierte Rettungsversuche zu fehlen. Stattdessen müssen wir uns mit zaghaften Schritten begnügen", bilanziert Günter Mitlacher, verantwortlich für Internationale Biodiversitätspolitik beim WWF. (APA/red, derStandard.at, 17. 10. 2014)


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