Deutsche Behörden kämpfen mit Tricks wie "PIN und Passwort" 

17. Oktober 2014, 15:19
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Statistik zeigt, dass Ermittlungsprobleme bei Verschlüsselung bestehen – Dienste setzen auch "Stille SMS" zur Ortung ein

In Punkto Ermittlungserfolgen im Netz ist die Bilanz deutscher Sicherheitsbehörden und Geheimdienste gemischt. Geheimdienste wie der "Militärische Abschirmdienst" (MAD) könnten etwa durch Telekomüberwachung Passwörter mitlesen, auch der Bundesnachrichtendienst sei technisch relativ gut vorbereitet.

Reguläre Ermittlungsbehörden wie die Bundespolizei oder die Zollbehörde hätten hingegen Probleme. So zeigen interne Statistiken des Bundeskriminalamts, die im Zuge einer parlamentarischen Anfragebeantwortung offengelegt wurden, dass Ermittler in 97 Prozent der Fälle auf verschlüsselte Chats stoßen, auf die sie daher nicht zurückgreifen können.

Schlichte Hindernisse

Dabei handle es sich laut Süddeutscher Zeitung um "Ermittlungsdefizite". Die Hindernisse seien dabei "sehr schlicht", unter anderem beklagen die Beamten, dass Nutzer beschlagnahmte Beweismittel schon durch PIN und Passwort vor dem Zugriff schützen können.

Stille SMS im Vormarsch

Die Anfragebeantwortung zeigt weiters, dass alle Behörden stark auf die sogenannte "Stille SMS" setzen: Durch diese kann der Standort eines Überwachungsopfers ohne dessen Wissen abgefragt werden, indem er eine "unsichtbare" SMS bekommt. Das nutzen sowohl Bundespolizei als auch Verfassungsschutz, Zoll und BND. Allerdings funktioniere dies nur in dicht besiedelten Städten gut, da die Lokalisierung über Funkzellen funktioniert. Am Land sei der Standort daher nur "auf Kilometer" begrenzbar.

Kritik: "Mobiltelefone umfunktioniert)

Der Abgeordnete Andrej Hunko (Linke) kritisiert dieses Ermittlungswerkzeug in der SZ: "Es verbietet sich, Mobiltelefone zu Ortungswanzen umzufunktionieren". In Österreich sollen die Behörden bislang noch nicht auf die "Stille SMS" setzen. Das geht aus einer Anfragebeantwortung von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hervor. (fsc, derStandard.at, 17.10.2014)

  • Überwachen können deutsche Sicherheitsbehörden unterschiedlich gut
    foto: apa/hochmuth

    Überwachen können deutsche Sicherheitsbehörden unterschiedlich gut

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