Gatlin wird nicht "Leichtathlet des Jahres"

17. Oktober 2014, 16:18
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US-Sprinter nicht in der Auswahl der Top 3 - Auch Kritiker Harting nach Verweigerung nicht

Monte Carlo - Nach der Diskussion um die Nominierung des ehemaligen Doping-Users Justin Gatlin zur Wahl des Leichtathleten des Jahres haben es weder sein deutscher Kritiker Robert Harting noch der amerikanische Sprintstar selbst unter die drei Finalisten geschafft. Wie der Weltverband IAAF am Freitag mitteilte, entscheidet sich die Wahl zwischen Hochspringer Mutaz Essa Barshim (Katar), Marathon-Weltrekordler Dennis Kimetto (Kenia) und Stabhochsprung-Olympiasieger Renaud Lavillenie (Frankreich).

Diskus-Olympiasieger Harting stand ebenso wie Gatlin und acht weitere Athleten auf der ersten Nominierungsliste. Weil der US-Sprinter von 2006 bis 2010 wegen Dopings gesperrt war, wollte der Dreifach-Weltmeister und Europameister Harting aus Protest von der Liste gestrichen werden.

Auch Sebastian Coe, IIAF-Vizepräsident, hatte sich skeptisch zur Nominierung Gatlins geäußert. "Ich persönlich habe damit sehr große Probleme. Besonders wohl fühle ich mich nicht dabei. Das einzige, was ich zudem dazu sagen kann, ist, dass Gatlin berechtigt ist, Kandidat zu sein", hatte der 58-jährige Brite gemeint.

Mehrfach erwischt

Gatlin, Olympiasieger von Athen und mit 9,77 Sekunden über 100 m schnellster Sprinter in diesem Jahr, ist in seiner Karriere mehrfach des Dopings überführt worden und nur knapp einer lebenslangen Sperre entgangen. Nach vierjähriger Zwangspause darf der heute 32-Jährige seit 2010 wieder starten - und läuft schneller als je zuvor.

"Ich glaube seit langem, dass muskelfördernde Dopingmittel, insbesondere anabole Steroide, eine langfristige Wirkung haben. Die heutige Sportphysiologie und Biochemie werden dies bestätigen", sagte Coe, zweimaliger 1500-m-Olympiasieger und OK-Chef der Spiele von London.

Athen-Olympiasieger Gatlin, mit 9,77 Sekunden über 100 m schnellster Sprinter in diesem Jahr, ist in seiner Karriere mehrfach des Dopings überführt worden und nur knapp einer lebenslangen Sperre entgangen. Nach vierjähriger Zwangspause darf der heute 32-Jährige seit 2010 wieder starten - und läuft schneller als je zuvor.

"Strafe abgesessen"

Gatlin äußerte sich enttäuscht zur erneut hochgekochten Debatte: "Es macht mich traurig festzustellen, dass viele Menschen offenbar denken: einmal ein Doper, immer ein Doper." Er kritisierte, dass die Debatte um ihn im Zuge der Wahl aufgekommen sei und nicht schon bei seinem Bronze-Gewinn über die 100 Meter bei Olympia 2012 oder WM-Silber 2013. Es sei für Menschen offenbar in Ordnung, wenn seine Füße ihn über eine Linie trügen. "Aber sie wollen nicht, dass ich einen Beliebtheitswettbewerb gewinne." Er habe seine Strafe abgesessen, betonte Gatlin.

Die Gewinner werden am 21. November während der IAAF-Gala in Monaco gekürt. Bei den Frauen stehen Kugelstoß-Olympiasiegerin Valerie Adams (Neuseeland), Hallen-Weltmeisterin Genzebe Dibaba (Äthiopien/3000m) und Doppel-Europameisterin Dafne Schippers (Niederlande/100m, 200m) zur Wahl. (sid/red - 17.10.2014)

  • Justin Gatlin läuft umstritten schnell.
    foto: ap

    Justin Gatlin läuft umstritten schnell.

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