"Hatred": Skandal-Game lässt Spieler als Amokläufer Zivilisten abschlachten

17. Oktober 2014, 10:07
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Neuer Shooter sorgt für Aufregung: "Ja, es ist ein Spiel, in dem man Menschen tötet"

Der polnische Hersteller Destructive Creations hat einen Shooter namens "Hatred" angekündigt, der Spieler in die Rolle eines Amokläufers versetzt, um Zivilisten zu töten. Die einzige Begründung für das Handeln: Der Hass auf die Menschheit.

"Mein Name ist nicht wichtig. Wichtig ist, was ich machen werde. Ich hasse diese verdammte Welt und die menschlichen Würmer, die sich an ihrem Kadaver nähren. Mein ganzes Leben ist nur kalt (...). Es ist die Zeit für Rache und kein Leben ist es wert, verschont zu werden", leitet im ersten offiziellen Trailer der Protagonist sein Massaker ein.

"Du bist der Böse"

Was daraufhin zu sehen ist, erinnert frappant an Bilder realer Amokläufe. Aus der isometrischen Perspektive gesteuert, feuert man auf wehrlose Zivilisten und wird Zeuge brutalster Tötungsanimationen.

"'Hatred' ist ein Shooter mit der verstörenden Atmosphäre eines Massakers, in dem Spieler die Rolle eines kaltblütigen Antagonisten einnehmen", heißt es in der Beschreibung. "Es ist ein Horror, aber du bist der Böse. Durchstreife die Randbezirke New Yorks, suche nach Opfern in sieben frei erkundbaren Levels. Kämpfe gegen Gesetzeshüter und reise in die hasserfüllten Gedanken des Antagonisten. Sammle Ausrüstungsgegenstände von den toten menschlichen Schutzschildern auf, um die Gesellschaft ins Armageddon zu führen. Zerstöre alles auf deiner Jagd und schlage zurück, wenn du dabei gestört wirst... ...nur versuche das nicht zuhause und nimm es nicht zu ernst, es ist nur ein Spiel", so die Entwickler.

Aufregung

Dem Thema entsprechend sorgte das Game seit der Ankündigung am Donnerstag für viel Aufregung in der Branche. In Foren erzürnen sich manche User über die unethischen Inhalte genauso, wie andere dem Spiel bereits euphorisch entgegenfiebern. Für manche sei die Abschlachtung von virtuellen Zivilisten nicht schlimmer, als das, was man jetzt schon in Werken wie "Grand Theft Auto" machen kann. Einen großen Unterschied gibt es allerdings doch: In Hits wie "GTA" wird die Tötung von Unschuldigen durch negative Konsequenzen bestraft - hier ist es Ziel des Spiels.

Epic Games, Hersteller der von Destructive Creations verwendeten Unreal Engine 4, bat unterdessen um die Entfernung des Unreal-Logos aus dem Trailer. Wie Eurogamer berichtet, stellt Epic eigenen Aussagen nach seine Engine allen "gesetzeskonformen Projekten" zur Verfügung, das Logo im "Hatred"-Video sei aber ohne Erlaubnis verwendet worden.

Gegen den Trend

Dass man in Zeiten von realen Massentötungen von Zivilisten in aktuellen Krisengebieten, wiederkehrenden Schulmassakern und Amokläufen ein Spiel dieser Prägung herausbringt, habe laut den Schöpfern auch Marketinggründe. "Dieser Tage versuchen sehr viele Games freundlich, farbenfroh, politisch korrekt und eine Art höhere Kunst anstelle von bloßer Unterhaltung zu sein. Wir wollten etwas kreieren, das gegen den Trend geht. Etwas anderes, etwas, das Spielern die pure Spielfreude gibt. Hier kommt unser Spiel, das keine Gefangenen nimmt und sich für nichts entschuldigt", heißt es auf der Webseite des Titels.

"Wir sagen 'Ja, es ist ein Spiel, in dem man Menschen tötet' und der einzige Grund, dieses kranke Zeug zu tun, ist der tief wurzelnde Hass des Antagonisten. Der Spieler muss sich selbst fragen, was einen Menschen dazu treiben kann, einen Massenmord zu begehen. Wir provozieren diese Frage, in dem wir versuchen, die Grafik so gut wie möglich zu gestalten." (zw, derStandard.at, 17.10.2014)

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