Fernostleitbörsen ohne klare Richtung

21. Oktober 2014, 12:09
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Tokio - Die Leitbörsen in Fernost haben am Dienstag uneinheitlich geschlossen. Während Japan seine hohen Vortagesgewinne wieder abgab, konnte China teilweise leichte Kursgewinne verbuchen. Der Nikkei-225 Index in Tokio fiel um 306,95 Zähler oder 2,03 Prozent auf 14.804,28 Punkte. Der Hang Seng Index in Hongkong legte um 18,32 Zähler (plus 0,08 Prozent) auf 23.088,58 Einheiten zu.

Der Shanghai Composite verlor hingegen 17,07 Punkte oder 0,72 Prozent auf 2.339,66 Punkte. Der FTSE Straits Times Index in Singapur schloss bei 3.202,74 Zählern mit einem Plus von 21,69 Punkten oder 0,68 Prozent. Die Börse in Australien konnte sich gegen den allgemein schwachen Trend behaupten und an ihre jüngste Gewinnserie anknüpfen. Der All Ordinaries Index in Sydney stieg 5,2 Zähler oder 0,10 Prozent auf 5.312,50 Einheiten. Dies war der sechste Gewinntag in Folge.

Konjunkturseitig wurden in China die mit Spannung erwarteten Daten zum Wirtschaftswachstum veröffentlicht. Demnach ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde ist im dritten Quartal 2014 so langsam gewachsen wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Für die Börse erwiesen sich die Zahlen als zweischneidiges Schwert, denn letztlich waren sie besser als erwartet ausgefallen. Viele Marktteilnehmer fürchten nun, dass die Regierung nicht die erhofften zusätzlichen Stimulierungsmaßnahmen einleiten könnte. Zudem ist das langsamere Wachstum von der chinesischen Regierung bis zu einem gewissen Grad bewusst gewollt, da Peking eine grundlegende Umstrukturierung der heimischen Wirtschaft anstoßen will.

Außerdem veröffentlichte die australische Zentralbank ihre Sitzungsprotokolle von Oktober. Darin äußerten die Notenbanker erneut ihre Bedenken, dass der australische Dollar zu stark sei, um die heimische Wirtschaft wieder ins Lot zu bringen. Zudem forderte der Vize-Governeur der australischen Zentralbank Philip Lowe staatliche Maßnahmen um Unternehmen zum Investieren anzuregen.

Unter den Einzelwerten kamen in China vor allem die Titel von Industriekonzernen unter die Räder. So rutschte etwa die Aktie des Schiffsbauers China CSSC Holdings um weit mehr als 4 Prozent auf den bisher niedrigsten Stand in diesem Monat. In Hongkong gaben die Papiere von China Mobile nach Zahlen um gut 2 Prozent nach. Bei dem nach Abonnentenzahl weltweit größten Mobilfunker waren die Gewinne das fünfte Quartal in Folge geschrumpft. Hingegen stiegen die Aktien von Lenovo um 1,46 Prozent. Ebenfalls leicht im Plus befanden sich die Papiere von HSBC mit plus 0,26 Prozent.

In Japan litten die Titel von Exporteuren und Maschinenbauern unter dem starken Yen und verbuchten Kursverluste. Die Aktien des (nach Marktwert) weltgrößten Automobileinherstellers Toyota Motor schrumpften um 1,6 Prozent. Die Titel von Japan Steel Works stürzten satte 6,5 Prozent ab, nachdem das Unternehmen bekanntgab, es werde einen einmaligen Verlust von 16 Mrd. Yen verbuchen. Grund dafür wären Probleme mit Teilen von Windkraft-Generatoren.

In Australien gaben die Titel von BHP Billiton um 0,27 Prozent nach. Auch die Papiere des Eisenerzförderers BC Iron verbuchten einen Verlust von 2,51 Prozent. (APA, 21.10.2014)

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