Klang trifft Film und Fernsehen

16. Oktober 2014, 18:26
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Wien Modern mit Georg Friedrich Haas im Zentrum

Wien - Das Festival Wien Modern (29. 10. bis 21. 11.) thematisiert das Zusammenwirken von Gegenwartsmusik, Film und Fernsehen: Zentral für den Schwerpunkt "on screen" zu zeitgenössischer Musik und den Laufbildmedien ist die Sitcom-Oper Das Leben am Rande der Milchstraße des Österreichers Bernhard Gander, die sieben Folgen beinhaltet. In Abschnitten zu je 25 Minuten werden dabei die Welt der Bürokratie und eine Vater-Sohn-Beziehung humorig abgehandelt.

Zum roten Faden aus Musik und Film trägt auch der diesjährige Träger des Erste-Bank-Komponistenpreises, der Oberösterreicher Reinhard Fuchs, bei. Sein Werk Mania, das im Konzerthaus vom Klangforum Wien uraufgeführt wird, ist vom David-Lynch-Film Blue Velvet inspiriert. Zum Gedenkjahr anlässlich des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren präsentiert daneben Olga Neuwirth ihr "filmmusikalisches Requiem" zum Stummfilm Maudite soit la guerre ("Verflucht sei der Krieg") aus dem Jahr 1914, das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich bringt unter dem Titel "Monsters & Angels" musikalische Gedanken Ganders zum Genre des Horrorfilms zu Gehör. Auch das zum Festival gehörende Symposion gilt dem Thema Musik für Film und bewegte Bilder; das Österreichische Filmmuseum beteiligt sich am Schwerpunkt, indem es Streifen mit herausragenden Tonbeiträgen von Schönberg über Ligeti bis zu Bernard Herrmann zeigt.

Der Hauptkomponist des diesjährigen Festivals ist Georg Friedrich Haas. Aufgeführt werden von dem in New York lebenden Tonsetzer unter anderem Concerto Grosso Nr. 1 und Nr. 2 wie seine limited approximations, ein Konzert für sechs "gegeneinander verstimmte" Klaviere und Orchester. Auch werden seine acht Streichquartette an zwei Abenden vom Arditti Quartet gespielt werden. (APA, DER STANDARD, 17.10.2014)

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