Gericht erteilt ägyptischer Zeitung Maulkorb über Wahlbetrugsberichte

16. Oktober 2014, 18:12
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Chefredakteur von "Al-Masry al-Youm" spricht von "eklatantem Angriff auf Pressefreiheit"

Kairo - Zwei Journalisten der ägyptischen Tageszeitung "Al-Masry al-Youm" müssen sich wegen der Berichterstattung über einen mutmaßlichen Wahlbetrug vor Gericht verantworten. Der Chefredakteur Ali al-Said und ein weiterer Redakteur seien wegen "Störung des öffentlichen Friedens und Veruntreuung von Gerichtsdokumenten" angeklagt, meldete die Online-Ausgabe der unabhängigen Zeitung am Donnerstag.

Die beiden Angeklagten seien nach einem 14-stündigen Verhör durch die Staatsanwaltschaft auf Kaution frei gekommen.

"Al-Masry al-Youm" hatte die Veröffentlichung von Dokumenten angekündigt, die einen umfangreichen Wahlbetrug der Präsidentschaftswahlen von 2012 beweisen sollten. Damals hatte der mittlerweile gestürzte islamistische Präsident Mohammed Mursi in einer Stichwahl den unabhängigen Kandidaten Ahmed Shafik besiegt.

Ein Gericht hatte "Al-Masry al-Youm" ("Der ägyptische Tag") nach der Ankündigung zunächst eine Nachrichtensperre auferlegt. Unabhängig davon erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Chefredakteur Al-Said und seinen verantwortlichen Redakteur. Al-Said nannte die Vorgehensweise einen "eklatanten Angriff auf die Pressefreiheit". (APA, 16.10.2014)

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