Mit dem Luxuszug von Budapest nach Teheran

Ansichtssache16. Oktober 2014, 16:10
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Gestern, Mittwoch, begann in Budapest die 7.000 Kilometer lange Fahrt des Dampfzuges "Golden Eagle Danube Express" mit Ziel Teheran. Die 70 Passagiere an Bord erwartet auf der dreizehntägigen Reise, Luxus aus der Hochzeit des Eisenbahnwesens

foto: reuters/laszlo balogh

Eine historische Dampflok zieht den Zug, der aus Nachbildungen von Luxuswaggons aus der Jahrhundertwende besteht, in den Bahnhof Nyugati in Budapest. Von dort startete der "Golden Eagle Danube Express" am 15. Oktober in Richtung Teheran.

Die 70 Passagiere an Bord zahlten zwischen 9.000 Pfund (rund 11.300 Euro) und 25.000 Pfund (rund 31.300 Euro) für ihr Ticket.

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foto: apa/epa/zoltan mathe

Dafür gibt's All-Inclusive-Service, ein eigenes Badezimmer (Foto), ein Sightseeing-Programm - und natürlich jede Menge Landschaft, die auf den 7.000 Kilometern bis in Irans Hauptstadt in gemütlichem Tempo vorbeirauscht.

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Die Reiseroute des Luxuszugs führt über den Balkan, den Bosporus, durch Kurdistan bis nach Persien.

Innerhalb von zehn Tagen seien alle Tickets verkauft gewesen, sagt Tim Littler, Gründer des britischen Reiseveranstalters "Golden Eagle", gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Nächstes Jahr wolle er vier weitere Züge auf dieser Strecke anbieten.

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Der Zug würde zwar auch durch sehr arme Regionen fahren, meint Littler, aber das Sicherheitsrisiko sei gering. "Wir hatten mehr Probleme in Russland als wir vor 25 Jahren mit exklusiven Zugreisen begonnen haben", erzählt er. "Wir sind durch Gegenden gekommen, wo die Leute buchstäblich verhungerten, während wir mit einem Luxuszug vollgepackt mit Kaviar vorbeirauschten."

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Damit die Sicherheit der Passagiere gewährleistet ist, hat zum Beispiel die iranische Regierung - die den Tourismus im Land forcieren möchte - eigens Soldaten abgestellt, die im Zug mitreisen werden.

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Der britische Geschäftsmann Howard Trinder hatte die Idee, der ungarischen Post alte Waggons abzukaufen und diese im Stil alter Luxusschlafwagen herzurichten. Rund 750.000 Euro hat er investiert. Das erklärt, warum der Zug in Budapest startet.

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Er sei zunächst skeptisch gewesen, als im Littler die Route nach Teheran vorschlug, gibt er zu. Schließlich ließ er sich breitschlagen.

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Nachdem ein paar Hürden - Energieversorgung, Durchfahrtserlaubnisse, die Sanktionen gegen den Iran - genommen waren, wurden die Waggons, darunter die Salonwagen der ehemaligen ungarischen Parteielite, schließlich an eine Dampflok angekoppelt.

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Dreizehn Wagen sind es insgesamt, die jetzt Richtung Osten unterwegs sind.

Die Crew ist 30 Mann stark - darunter vier Köche ...

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... sechs Kellner und ...

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... elf Zugbegleiter. (Reuters, red, derStandard.at, 16.10.2014)

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