Metaller setzten mit Betriebsversammlungen Signal

16. Oktober 2014, 14:24
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Betriebsräte: Vorgangsweise der Arbeitgeber einer Sozialpartnerschaft unwürdig

Wien - Die Arbeitnehmervertreter der Maschinen- und Metallwarenindustrie haben am Donnerstag bundesweit Betriebsrätekonferenzen abgehalten. Sie reagierten damit auf die Forderung der Arbeitgeber, als Basis für die Kollektivvertragsverhandlungen die EU-Inflationsrate von 0,5 Prozent statt die österreichische von - im Jahresverlauf - 1,8 Prozent heranzuziehen.

Die Arbeitgeber argumentieren, dass sie zu 80 Prozent ins Ausland liefern würden und nicht mit österreichischen Betrieben im Wettbewerb stünden, sondern mit ausländischen.

"Arbeitszeitverkürzung durch die Hintertür"

Die Arbeitnehmervertreter wiederum fordern eine spürbare Anhebung der Löhne und Gehälter - inklusive der Mindestlöhne - und eine Freizeitoption, also die Möglichkeit, statt einer Ist-Gehaltserhöhung mehr Freizeit zu bekommen. Die Arbeitgeber sehen darin eine Arbeitszeitverkürzung durch die Hintertür.

Bei den Betriebsrätekonferenzen waren laut Gewerkschaftsangaben 1.200 Arbeitnehmervertreter anwesend. In der beschlossenen Resolution heißt es: "Die Betriebsrätinnen und Betriebsräte lehnen diese der österreichischen Sozialpartnerschaft unwürdige Vorgangsweise zutiefst ab. Wir werden vor der nächsten Verhandlungsrunde am 28. Oktober Versammlungen in den Betrieben abhalten und die Beschäftigten umfassend informieren. Sollte auch dann kein akzeptables Ergebnis erzielt werden, werden wir die Beschäftigten nochmals informieren und gemeinsam mit ihnen festlegen, wie wir unsere Interessen erfolgreich durchsetzen können."

Erfolglose Verhandlungsrunden

Erwartungsgegemäß erfolglos verliefen am Mittwoch die beiden ersten Verhandlungsrunden mit den Fachverbänden Bergbau-Stahl und Fahrzeugindustrie. Die Industriellenvereinigung richtete am Donnerstag den Arbeitnehmervertretern aus, nur Verhandlungen mit Augenmaß würden Arbeitsplätze sichern.

Verhandelt wird in diesen Tagen auch der Kollektivvertrag für die rund 200.000 Beschäftigten des Metallgewerbes. Zum Vergleich: In der Metallindustrie sind rund 180.000 Personen beschäftigt, 120.000 davon in der Maschinen- und Metallwarenindustrie. In dieser Sparte wird am 28. Oktober in der vierten Verhandlungsrunde weitergefeilscht. Der Obmann des Fachverbands, Christian Knill, hatte am Donnerstag schon eine klare Botschaft an die Betriebsräte: "Die vierte Verhandlungsrunde am 28. Oktober wird ein Belastungstest für die Sozialpartnerschaft, wir wollen uns den Standort jedenfalls nicht kaputt machen lassen." (APA, 16.10.2014)

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