Europas Leitbörsen mit deutlichen Kursverlusten

16. Oktober 2014, 12:15
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Euro-Stoxx-50 rutscht 2,67 Prozent ab

Frankfurt am Main - Die europäischen Aktienmärkte sind am Donnerstag zu Mittag wieder gehörig unter Abgabedruck geraten. Der Euro-Stoxx-50 rutschte 2,67 Prozent auf 2.815,40 Punkte ab. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 12.00 Uhr mit 8.410,30 Punkten und einem Minus von 1,89 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London verlor ebenfalls deutlich um 2,03 Prozent und steht nun bei 6.085,52 Stellen.

Nach festerem Start drehten die europäischen Aktienmärkte rasch ins Minus ab und weiteten dann die Abschläge deutlich aus. Die Sorgen um die weltweite Konjunkturentwicklung bleiben das bestimmende Thema an den Märkten, sagten Börsianer.

Wie schwach sich die europäische Wirtschaft derzeit präsentiert, zeigen die jüngsten Konjunkturdaten: So schwächt sich die Inflation im Euroraum weiter ab. Die jährliche Inflationsrate fiel im September auf 0,3 Prozent. Das ist der tiefste Stand seit Oktober 2009, also seit fast fünf Jahren. Zudem sank der Überschuss in der Leistungsbilanz des Euroraums.

Im weiteren Verlauf sollten noch die anstehenden US-Daten für Bewegung sorgen. So werden in den USA unter anderem Zahlen zur Industrieproduktion im September sowie das Konjunkturbarometer Philly-Fed für Oktober veröffentlicht.

Die Berichtssaison zum dritten Quartal nimmt langsam Fahrt auf. Negativ heraus ragten dabei die Aktien von Nestle, die in Zürich knapp drei Prozent einbüßten. Der weltgrößte Lebensmittelkonzern bekam in den ersten neun Monaten die Auswirkungen des starken Schweizer Franken und das schwache Umfeld in Europa zu spüren.

Für die Aktien von Roche ging es nach freundlichem Beginn um 1,5 Prozent nach unten. Der Umsatz des Pharmakonzerns in den ersten neun Monaten hatte die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Im Euro-Stoxx mussten die Papiere von Carrefour nach verhaltenem Verlauf ein Minus von 1,68 Prozent verbuchen. Das Geschäft in Brasilien rettete Europas größtem Handelskonzern das dritte Quartal.

In London gaben die Titel von British Sky Broadcasting um 0,76 Prozent nach. Der britische Bezahl-TV-Sender behauptet sich weiter gegen die aufkommende Konkurrenz. Positiv überraschen konnte der Konzern im ersten Geschäftsquartal mit dem operativen Gewinn.

Auch Diageo legte Geschäftszahlen vor, die Papiere verloren in London vergleichsweise leicht um 0,41 Prozent. Der Spirituosenkonzern konnte das Tempo beim Umsatzrückgang in China etwas drosseln.

Am Ende des britischen Leitindex "Footsie" knüpften die Anteilsscheine von Shire Pharmaceuticals an ihren Kurseinbruch vom Vortag an und büßten gut sieben Prozent ein. Der US-Pharmakonzern Abbvie hat nun definitiv kein Interesse mehr an dem Konkurrenten. (APA, 16.10.2014)

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