Europas Leitbörsen schließen überwiegend schwächer

16. Oktober 2014, 18:09
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Indizes grenzen Verluste im Späthandel ein - Konjunktursorgen bleiben im Fokus

Wien/Frankfurt - Die europäischen Leitbörsen sind am Donnerstag nach einem sehr volatilen Handelstag mehrheitlich mit etwas tieferen Notierungen aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 schloss um 0,62 Prozent tiefer bei 2.874,65 Zählern.

Nach zum Teil deutlich schwächerem Verlauf konnten die Indizes ihre Abschläge im Späthandel merklich eingrenzen und drehten zum Teil sogar noch leicht ins Plus. Marktteilnehmer verwiesen hier zur Begründung vor allem auf die Entwicklungen an den Wall Street. Der Chef der regionalen Notenbank von St. Louis sorgte mit seiner Empfehlung an die US-Notenbank Fed, das Ende der lockeren Geldpolitik zu verschieben auch wenn die Fundamentaldaten stark geblieben seien, für etwas Unterstützung an den US-Börsen.

Die Sorgen um die weltweite Konjunkturentwicklung - vor allem die steigenden Wachstumssorgen in der Eurozone - bleiben jedoch das bestimmende Thema an den Märkten, sagten Börsianer. Wie zerbrechlich die Konjunktur in Europa ist, zeigen die aktuellen Wirtschaftsdaten: Die sowieso kaum spürbare Inflation im Euroraum schwächt sich weiter ab und der Überschuss in der Leistungsbilanz des Euroraums sank im August.

Am Nachmittag rückten aktuelle US-Wirtschaftsdaten in den Fokus: So sind in den USA die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche auf den tiefsten Stand seit mehr als 14 Jahren gesunken und die Industrieproduktion ist im September deutlich stärker gestiegen als erwartet. Zudem hat sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im Oktober weniger als erwartet eingetrübt.

Ein Branchenvergleich zeigte Telekomwerte und Bankaktien unter den größten Verlierern. Auch Versorger und Versicherer fanden sich weit oben auf den Verkaufslisten der Anleger. Unter den Einzelwerten im Euro-Stoxx-50 rutschten UniCredit 3,04 Prozent ins Minus. Aktien der Deutsche Bank schlossen 3,07 Prozent tiefer und Societe Generale gaben 2,16 Prozent nach. Bei den Telekomwerten mussten Orange einen Abschlag von 1,91 Prozent verbuchen. Telefonica schwächten sich um 3,18 Prozent ab.

Auch die laufende Berichtssaison lieferte Impulse: In Zürich büßten Aktien von Nestle knapp drei Prozent ein. Der weltgrößte Lebensmittelkonzern bekam in den ersten neun Monaten die Auswirkungen des starken Schweizer Franken und das schwache Umfeld in Europa zu spüren. In Europa herrsche nach wie vor ein schwaches Konsumentenvertrauen und das erschwere Preiserhöhungen, hieß es.

Für die Aktien von Roche ging es hingegen um 0,80 Prozent nach oben. Der Umsatz des Pharmakonzerns in den ersten neun Monaten hatte die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Aktien von Carrefour schlossen in Paris mit plus 0,57 Prozent freundlich. Das Geschäft in Brasilien rettete Europas größtem Handelskonzern das dritte Quartal.

In Frankfurt büßten RWE 1,79 Prozent ein. Der hoch verschuldete Energiekonzern muss immer mehr um den milliardenschweren Verkauf seiner Tochter Dea nach Russland bangen. (APA, 16.10.2014)

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