Jihadisten-Video: Wiener Lehrling seit August abgängig

15. Oktober 2014, 17:25
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Oliver N. hat das letzte Schuljahr noch regulär abgeschlossen

Wien - "Im vergangenen Schuljahr hat sich Oliver N. noch ganz normal verhalten", sagt Erich Macho, Direktor der Berufsschule für Industrie, Finanzen und Transport in der Wiener Längenfeldgasse. Erst gegen Ende des Schuljahres habe der bis dahin Bekenntnislose den islamischen Glauben angenommen.

Der 16-jährige Lehrling, der in einem IS-Propagandavideo zu sehen ist (DER STANDARD berichtete), hat seine Lehrstelle erst vor wenigen Wochen verloren, das vergangene Schuljahr noch regulär abgeschlossen. Umso betroffener macht es Macho, dass N. Muslime nun dazu aufruft, Ungläubige zu töten.

Wollte Freunde in Moschee mitnehmen

Das erste Mal mit dem Islam in Berührung gekommen ist N. offenbar im Mai. Nach einer Party, bei der er zuviel getrunken haben soll, sei er angesprochen worden, mit in eine Moschee zu kommen. Auch seine Freunde versuchte N. mehrmals mitzunehmen. Die lehnten allerdings ab, wie Freundin Claudia W. erzählt: "Mir hat das Angst gemacht", sagt sie zum STANDARD.

Sowohl W. als auch der Direktor sind der Meinung, dass N. manipuliert werde. Er habe islamische Ausdrücke verwendet, seine Sprache verändert. Einen vergleichbaren Fall habe es in der Berufsschule noch nicht gegeben, sagt Macho. Auch die Lehrer seien überrascht über den plötzlichen Wandel und auf derartige Situationen nicht vorbereitet. Macho spricht von einem "Präzedenzfall", hofft aber nicht, dass weitere Fälle – oder möglicherweise Nachahmer – folgen werden.

Letzter Kontakt vor eineinhalb Wochen

Oliver N. gilt seit 23. August als vermisst und wird via Interpol gesucht. Vor eineinhalb Wochen erhielten einige Schüler noch eine SMS von ihm. Der Inhalt der Nachrichten bestand aus Drohungen und Herabwürdigungen. (Rosa Winkler-Hermaden, DER STANDARD, 16.10.2014)

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