Merkel: Gesetz für Frauenquote wird kommen

15. Oktober 2014, 17:13
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Deutsche Kanzlerin bekräftigte Pläne bei Managerinnen-Treffen im Kanzleramt

Berlin - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält trotz kritischer Stimmen in der eigenen Partei an der geplanten Frauenquote für börsennotierte Unternehmen fest. "Es ist beschlossen, das Gesetz für die Quote kommt", sagte Merkel am Mittwoch bei einer Konferenz mit rund 100 Managerinnen, Wissenschaftlerinnen und Studentinnen aus naturwissenschaftlich-technischen Fächern.

Die Große Koalition wolle das Gesetz, bekräftigte Merkel. Die Argumente des Für und Wider seien bekannt: "Noch länger darüber zu diskutieren, wäre müßig."

Im Koalitionsvertrag hatten sich Union und SPD darauf verständigt, ab 2016 eine Geschlechterquote von mindestens 30 Prozent für Aufsichtsräte von Unternehmen vorzuschreiben, die börsennotiert und voll mitbestimmungspflichtig sind. In der Unionsfraktion des Bundestags waren am Dienstag mit Verweis auf die schwierige konjunkturelle Lage allerdings Forderungen laut geworden, die Einführung der Frauenquote womöglich zu verschieben oder sie mit Erleichterungen für die Wirtschaft zu koppeln.

Noch immer geringes Verständnis

Merkel betonte im Kanzleramt, die Frauenquote werde kommen, und alle würden merken, "dass das Leben dadurch nicht schwieriger geworden ist". Es sei bekannt, dass es auch für Unternehmen besser sei, "wenn Frauenin Führungspositionen dabei sind".

In der Gesellschaft gebe es immer noch nur ein geringes Verständnis für die Thematik, räumte die Kanzlerin ein. Deshalb müsse der Dialog darüber weiter geführt werden, dass eine Gleichstellung von Frauen im Beruf Verbesserungen für das Familienleben und die Unternehmen bedeute.

Es ist das zweite Mal binnen eineinhalb Jahren, dass Merkel weibliche Führungskräfte zu Diskussionen ins Kanzleramt einlädt. In verschiedenen Foren ging es am Mittwoch um die sogenannte gläserne Decke, dieFrauen am beruflichen Aufstieg hindert, über Unternehmensstrategien bei der Gewinnung weiblicher Führungskräfte und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. (APA, 15.10.2014)

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