Ein Abschied und ein Kennenlernen mit Hindernissen

Userartikel15. Oktober 2014, 15:48
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Ulrike Buchta-Kausel fuhr vier Wochen lang mit einem Nissan Leaf für Greenlife Drive. Zur Halbzeit der Aktion stieg sie auf Renault Zoe um

So schnell kann ein Monat vergehen – kaum habe ich "meinen" Nissan Leaf übernommen, ist unsere gemeinsame Zeit auch schon wieder vorbei. Wir haben uns so richtig angefreundet, obwohl er in der Stadt in Relation zu den Parklücken noch immer recht groß ist. Mich wundert nicht, dass er in den USA das meistverkaufte Elektroauto ist.

Features, Features, Features

Dabei habe ich beinahe täglich noch neue Features entdeckt. Die Kamera nach vorn – sehr praktisch bei engen Parklücken – oder ein ganz cleveres Gebläse, das zwar die Reichweite um zehn Kilometer verkürzt, aber in Sekundenschnelle die Frontscheibe vom "Nebel" befreit, ohne dass man auch nur den geringsten Luftzug verspürt. Und dann wäre da das Belohnungssystem – je sparsamer man fährt, desto mehr Bäume erhält man auf dem Bildschirm. Bei mir waren es maximal fünf. Was sich da wohl noch alles in der Betriebsanleitung versteckt hat?

Ein neuer Anfang ...

Jetzt beginnt eine "neue Beziehung" – der (die?) Renault Zoe steht auf dem Programm. Ich muss gestehen, auf diesen Wagen habe ich mich besonders gefreut, da er mit einer Länge von 4,08 Metern zwar noch immer um rund 1,5 Meter länger als mein Smart ist, aber zumindest um einen knappen halben Meter kürzer als der Leaf.

... mit kleinen Hindernissen

Aber oh Schreck, irgendwie scheint meine neue Beziehung unter keinem guten Stern zu stehen, denn die Zoe verfügt zwar über ein Ladekabel, aber nur eines für (manche) Ladestationen. Die Mindestausrüstung, Parkplatz mit Stromanschluss, z.B. in einer eigenen Garage, fehlt.

Jetzt ist guter Rat teuer, denn die nächste Smatrics-Zapfsäule ist sechs Kilometer entfernt und lädt nicht unbedingt zum längeren Verweilen ein. Dass diese Zapfsäule gar nicht bereit war, den Leaf zu befüllen, und auch mit der Zoe erst beim dritten Versuch "Erbarmen" hatte, sei nur am Rande erwähnt – da gibt es definitiv noch Raum für Verbesserungen!

Wie auch immer, ich nehme die Zoe – angenehm zu fahren, aber eben vorerst nur begrenzte Reichweite ohne Chance auf Nachladung – mit nach Hause, und der STANDARD versucht eine Lösung zu finden.

Kleine Kritikpunkte

Zwei Tage später kommt die erlösende Nachricht – ich kann ein "herkömmliches" Ladekabel bei Renault Wien abholen, was sich gerade noch mit der vorhandenen Batterieladung ausgeht. Aus welchen Gründen auch immer hat sich Renault entschieden, die Zoe ohne 220-V-Ladekabel nach Österreich zu liefern, was aus meiner Sicht definitiv unbrauchbar ist.

Auch ein paar weitere Verbesserungsvorschläge fallen mir rasch auf und ein:

  • Die Oberseite des Armaturenbretts ist weiß und spiegelt sich bei allen Lichtverhältnissen in der Windschutzscheibe.
  • Die Klappe zum Ladestecker öffnet sich seitlich – die beim Leaf hat sich nach oben geöffnet und zumindest einen gewissen Regenschutz für den Stecker geboten.
  • Bei eingeschaltetem Licht verdunkelt sich die Anzeige bis zur Unlesbarkeit.

Aber ich sollte über die Zoe nicht nur schimpfen: Größe und die Handlichkeit liegen mir mehr, die Fahrleistungen passen, und von der Reichweite her ist die Zoe – lassen wir Tesla einmal beiseite – die Königin. Bei zugegeben sparsamer Fahrweise voll aufgeladen 212 Kilometer. Hut ab! (Ulrike Buchta-Kausel, derStandard.at, 15.10.2014)

  • Der Renault Zoe in voller Pracht.

    Der Renault Zoe in voller Pracht.

  • Nicht immer gelingt das Laden problemlos.

    Nicht immer gelingt das Laden problemlos.

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